Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).
Foto: imago images/Christian Ditsch

BerlinBerlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat die Art der Kritik von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an der Durchsetzung der Corona-Regeln in Berlin kritisiert. „Dass Herr Spahn gestern eine traurige Geschichte erzählt, wie er in eine Berliner Kneipe geht und darum kämpfen muss, eine Maske tragen zu dürfen, das ist schon mal ein guter Anfang, dass er darum gekämpft hat“, sagte Müller am Dienstagabend nach einer Sondersitzung des Berliner Senats. „Noch besser wäre gewesen, wenn er darum gekämpft hätte, dass alle in der Kneipe Maske tragen oder er uns schnell einen Hinweis gibt, sodass wir schnell eingreifen können.“

Spahn hatte am Montag gesagt, er könne nicht verstehen, dass es in Berlin Restaurants gebe, wo man mit Maske angeguckt werde, als wäre man vom Mond. „Es liegt nicht an zu wenig Regeln. Es liegt eher an der Frage, wo werden welche Regeln durchgesetzt. Und da geht zumindest in manchen Bereichen dieser schönen Hauptstadt, glaube ich, noch mehr“, hatte er kritisiert.

Auch einen Seitenhieb in Richtung Bayern und Schleswig-Holstein konnte sich Müller nicht verkneifen. Er habe schließlich auch keine Reisewarnung für Bayern ausgesprochen, als es Unklarheiten über die Fallzahlen im Freistaat gegeben habe, sagte er am Dienstagabend.

Schleswig-Holstein hatte vier Berliner Bezirke als Risikogebiete erklärt. Einreisende aus den betroffenen Bezirken sollten sich in Schleswig-Holstein 14 Tage in Quarantäne begeben – oder zwei negative Corona-Tests innerhalb von fünf Tagen vorweisen.

Michael Müller sagte: „Ich weiß, dass Berlin etwas zu tun hat, und ich finde, wir alle müssen auf allen Ebenen besser werden, aber keiner hat das Recht, mit dem Finger auf andere zu zeigen.“ Auch andere Bundesländer und Metropolen hätten ähnlich hohe Fallzahlen wie Berlin.