Die Rückkehrer aus China werden in Köpenick vom Deutschen Roten Kreuz versorgt.
Foto: John Macdougall/AFP

BerlinFür die 20 China-Rückkehrer ist das Leben in der Berliner Quarantäne bislang eine Herausforderung. Grundsätzlich handele es sich um eine sehr belastende Situation, sowohl für die Gäste als auch für die Helfer, teilte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. So gebe es zum Beispiel nur wenige Duschen und Toiletten - und noch immer Anlaufschwierigkeiten. Beschwerden würden aber sehr ernst genommen. Zuvor hatten einige Rückkehrer der „Bild“-Zeitung von ihnen empfundene Missstände geschildert.

Die Deutschen und ihre Angehörigen waren am Sonntag in Berlin eingetroffen und sind seitdem im Stadtteil Köpenick in Isolation. Sie hatten sich zuvor in der stark von dem Virus Sars-CoV-2 betroffenen chinesischen Stadt Wuhan aufgehalten.

Auch bei einem zweiten Test auf das neuartige Coronavirus in Berlin waren bislang alle Ergebnisse negativ. Dennoch müssen die 16 Erwachsenen und 4 Kinder insgesamt zwei Wochen in Quarantäne bleiben. Das entspricht der Dauer einer längst möglichen Inkubationszeit. Diese Maßnahme sei dazu da, um die Betroffenen selbst und die Bevölkerung zu schützen, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Bis zum Ende der Isolierung sollen die Rückkehrer alle vier Tage auf den Erreger getestet werden. In ganz Deutschland sind bisher 16 Menschen mit einer Infektion mit Sars-CoV-2 bekannt - niemand von ihnen in Berlin.

Mehr chinesischstämmige Menschen als erwartet

Logistisch war die Aufnahme von 20 Menschen in Quarantäne für die Hauptstadt augenscheinlich ein Problem. Innerhalb von zwei Tagen seien Räumlichkeiten in einem Verwaltungsgebäude auf dem Gelände der DRK-Kliniken in Berlin Köpenick hergerichtet worden, teilte das DRK mit. Es ist vom Klinikbetrieb völlig isoliert. 20 DRK-Mitarbeiter kümmern sich im Schichtdienst um die Gäste. Dieses Personal soll noch um weitere Helfer aufgestockt werden.

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Denn unter den Rückkehrern sind mehr chinesischstämmige Menschen als ursprünglich erwartet. Ein Dolmetscher half schon, die Wünsche und Bedürfnisse der chinesischen Gäste zu kommunizieren. Seit dem zweiten Tag gibt es nach DRK-Angaben für alle Rückkehrer eine E-Mail-Adresse für Wünsche. Hier können sie zum Beispiel schreiben, was sie noch brauchen. Inzwischen haben sie etwa Fernseher auf den Zimmern und auch Tablets mit einem Zugang auch zu chinesischen Medien.

Container mit Duschen und Klos im Hof

Die Gäste im Quarantänebereich bekommen das gleiche Essen wie die Privatpatienten der DRK-Kliniken Berlin. Die Atmosphäre scheint karg. Die Helfer stellen das Essen auf einem Tisch vor den Zimmern ab. Inzwischen sei jedoch auch ein chinesischer Caterer beauftragt, hieß es. Mikrowellen sollen noch aufgestellt werden.

Noch immer aber gibt es wenig Komfort: Im Haus befinden sich nach DRK-Angaben zwei Nasszellen, zwei Toiletten auf dem Flur sowie drei mobile Toiletten in den Zimmern. Im Hof steht ein Container mit sechs Duschen, vier Toiletten zum Sitzen und vier zum Stehen. Heizungen mussten in dem Container aber erst installiert werden. Auch ein überdachter Übergang zum Gebäude fehlte anfangs als Schutz gegen Regen und Kälte. Der zuständige Amtsarzt habe die Einrichtung dennoch grundsätzlich als geeignet befunden, betonte das DRK.

Privatsphäre in einer Quarantäne-Station ist ein weiteres schwieriges Kapitel: Zum Beispiel ist eine Begleitung durch DRK-Helfer bei einem Gang zur Toilette notwendig, um eine gründliche Desinfektion der sanitären Anlagen und Flächen wie Handgriffe, Türklinken zu garantieren. Geschultes Personal reinige und desinfiziere darüber hinaus vier Mal täglich. Dennoch gab es augenscheinlich Beschwerden. Auf Wunsch könnten die Rückkehrer nun auch selbst putzen, wenn ihnen die Hygiene nicht ausreichend erscheine, teilte das DRK mit.