Warten auf den Bus. In öffentlichen Verkehrsmitteln muss eine Maske getragen werden.
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BerlinNeue Runde, neue Regeln. Am Dienstag haben Bund und Länder wieder einmal über den bestmöglichen Umgang mit dem Infektionsgeschehen diskutiert. Einen zweiten Lockdown will niemand, vor allem nicht in der rauen Jahreszeit. Deshalb gelten ab Sonnabend neue Corona-Bestimmungen. Bundesweit gilt weiterhin, dass beim Einkaufen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln Mund und Nase immer bedeckt sein müssen. Wer sich nicht daran hält, muss künftig blechen. Auf was sich die Bevölkerung in Berlin und Brandenburg außerdem einstellen muss, haben wir hier zusammengefasst.

Bußgelder: In Berlin kostet eine Bahn- oder Busfahrt für „Maskenmuffel“ (BVG) zwischen 50 und 500 Euro. In Brandenburg macht es einen Unterschied, ob man sich einer Maske verweigert oder sie nur vergessen hat. Wer sich auch nach Aufforderung dagegen sträubt, muss mit 50 bis 250 Euro Strafe rechnen. Wer sich fügt, kommt noch einmal davon.

Ausgehen wird möglicherweise teurer – allerdings nicht für Gäste, sondern für die Betreiber in der Berliner Gastronomie. Denn sollten sich Restaurant- oder Kneipenbesucher unter falschem Namen in die Kontaktlisten eintragen, müssen die Wirte dafür die Verantwortung übernehmen – in Form von Strafen bis zu satten 5000 Euro.

Zu öffentlichen Veranstaltungen dürfen in Innenräumen in Berlin bis zu 1000 Gäste zusammenkommen. Dazu zählen zum Beispiel Messen, Tagungen und „gewerbliche Freizeitangebote“. Draußen liegt die Obergrenze bei 5000 Menschen.

In Brandenburg sind Veranstaltungen mit über 1000 Teilnehmern bis Ende des Jahres komplett verboten. Das gilt gleichermaßen für Innen- wie Außenveranstaltungen, auch Konzerte und Gottesdienste. Ausnahmen können für Autokinos beantragt werden, aber auch für große Stadien und Hallen. Dort gilt allerdings ein Alkoholverbot. Orte, in denen grundsätzlich Platz für mehr als 5000 Menschen ist, dürfen bis zu 20 Prozent belegt werden.

Kontaktbeschränkungen wird es erst einmal keine geben – das heißt, Berliner und Brandenburger dürfen sich treffen, ohne durchzählen zu müssen, wie viele Haushalte dabei sind. Doch Achtung, nicht zu früh gefreut. Denn die AHA-Regeln (Abstand, Hygieneregeln, Alltagsmaske) gelten, in erweiterter Fassung AHALC (+ Lüften, Corona-Warn-App), nach wie vor. Das heißt: Für größere Gruppen, die sich zu welchem Anlass auch immer treffen – und sei es im Park –, könnte es auf Basis des Infektionsschutzes trotzdem Ärger geben.

Privatfeiern unterscheiden sich von öffentlichen Veranstaltungen vor allem darin, dass es keinen offiziellen Veranstalter gibt und vor allem: kein Hygienekonzept. Hier gilt in Berlin, dass in geschlossenen Räumen nur noch bis zu 25 Personen, im Freien bis zu 50 Personen zusammenkommen dürfen.

Die Brandenburger dürfen sich in Wohnungen oder privaten Gärten immerhin mit 75 Menschen treffen. In Gaststätten oder Gemeindesälen hängt die Teilnehmerzahl von der Raumgröße ab – der Mindestabstand von 1,5 Metern muss garantiert sein.

Arbeiten: In Büros gilt überall Maskenpflicht, außer am eigenen Arbeitsplatz. Dort darf die Maske abgenommen werden. Wer sich auch nach einem Hinweis des Arbeitgebers weigert, den Mund-Nasen-Schutz in Aufzügen, Fluren und auf allen Wegen abseits des eigenen Schreibtisches zu tragen, verstößt gegen seinen Arbeitsvertrag.

Schulen: In Berlin müssen Schüler und Lehrer während der Schulzeiten in den Fluren, Toiletten und Aufenthaltsräumen überall Maske tragen – nur nicht im Unterricht und auf dem Schulhof. Die Klassen können sich aber freiwillig darauf einigen, auch in den Stunden Mund und Nase zu bedecken. Der Abstand von 1,50 Metern muss in Schulen nicht mehr eingehalten werden. Für Brandenburger Schüler und Lehrer gilt dieselbe Regelung.

Kitas sollen in beiden Bundesländern wieder für alle Kinder offen haben.

Demonstrieren ist in Berlin und Brandenburg weiterhin erlaubt. Es gibt keine Begrenzungen der Teilnehmerzahl. In Berlin müssen die Teilnehmer jedoch bei Kundgebungen ab 100 Anwesenden oder wenn „skandiert oder gesunden“ wird Masken tragen. In Brandenburg muss der Mindestabstand eingehalten und der Zutritt gesteuert werden. (mit dpa)