Was ist noch erlaubt und was nicht? Auch bei der Ausgangssperre gibt es viele Fragezeichen. 
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BerlinDas Coronavirus stellt uns täglich vor neue Herausforderungen und Zumutungen. Dabei stehen wir nach Auffassung aller Experten erst am Beginn einer Epidemie. Ab jetzt wird’s schlimmer. Und dennoch gibt es jetzt schon so viele ungelöste Fragen: Wie schaffen wir es, dass möglichst wenige Menschen sterben? Ist unser Gesundheitssystem dem gewachsen? Hält die kritische Infrastruktur, fließen weiter Strom, Gas und Wasser? Wie lange soll der Shutdown noch dauern? Wie verhalten sich Millionen Menschen, die zu Hause bleiben sollen? Schlagen sie sich irgendwann die Köpfe ein? Wie viele Pleiten wird es geben, wie viele Arbeitslose? Wie dürfen wir uns im Park verhalten?

Am Anfang der Epidemie, und so viele ungelöste Fragen

Zugegeben, die letzte Frage fällt gegenüber den vorherigen steil ab. Und doch ist sie wichtig, wie nicht nur am Wochenende in den Parks zu beobachten war. Da ist es nicht hilfreich, wenn selbst die Behörden keine klaren Regeln aufstellen dafür, was man darf – und was nicht. Was bedeutet es zum Beispiel genau, wenn Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagt, die Berliner dürften rausgehen, aber nicht draußen verweilen? Was genau verweilen meint, bleibt unklar. Dabei gibt es bei vielen Menschen eine Sehnsucht nach Klarheit.

Andererseits kann man auch den Senat verstehen. Er appelliert, spricht an, kontrolliert. Aber er schlägt nicht mit dem Hammer auf die Bevölkerung ein oder entwirft Bußgeldkataloge, die doch kaum durchzusetzen wären. Dennoch macht gerade so eine abwägende Haltung das Leben manchmal besonders kompliziert.

Am Ende bleibt so oder so ein ungutes Gefühl: Wissen die da oben, was zu tun ist? Die klare Antwort kann nur „jein“ heißen. Aber eines scheint sicher: Niemand weiß es wirklich besser.