Ein Mitarbeiter eines Supermarktes in Berlin-Wilmersdorf füllt eine Tiefkühltruhe mit Tiefkühlpizzen auf. 
Foto: dpa/Christoph Soeder

BerlinDie Bundesregierung warnt vor Hamsterkäufen. Aber viele Berliner schlagen diese Mahnung in den Wind. In vielen Supermärkten hat die Corona-Angst am Sonnabend für lange Warteschlangen an den Kassen gesorgt – und für leer gefegte Regale. Manch einer musste mehrere Discounter ansteuern, um die gewünschten Lebensmittel und Hygieneartikel noch aufzutreiben.

Der Lidl-Supermarkt an der Prenzlauer Allee: Nudeln, Eier und Milch sind am Sonnabend gegen 14 Uhr fast komplett ausverkauft. Klopapier sucht man vollends vergeblich, die Konserven sind deutlich dezimiert, sogar der Schnaps geht zur Neige. Solche Bilder sieht man selbst im Endspurt des Weihnachts-Shoppings nicht.

Alle suchen nach den gleichen Produkte

Auch im Rewe-Markt an der Grellstraße haben Hamsterkäufer zugeschlagen. Wo sonst Toilettenpapier, Feuchttücher und Nudeln zu finden sind, herrscht weitgehend gähnende Leere. „Hier! Wir müssen zu dem Regal, wo nichts mehr ist“, ruft eine Frau ihrem Begleiter zu. Alle wollen jetzt die gleichen Produkte.

Der Edeka in Schöneweide macht ernst.
Foto:  Pudwell

Der Hintergedanke: Man muss bunkern für den Fall, dass man unter Hausquarantäne gestellt wird. Oder für den – in Wahrheit höchst unwahrscheinlichen – Fall, dass  die Versorgung zusammenbricht.

„Wir mussten heute drei Supermärkte ansteuern, um noch Mehl zu bekommen“, sagen Niko und Gabi Jakob (beide 49). Im Netto-Markt an der Prenzlauer Allee sind sie nun endlich fündig geworden. Hamsterkäufer seien sie nicht. „Wir wundern uns vielmehr, warum die Leute so viel kaufen“, sagt Niko Jakob. „Was wollen die zu Hause mit so viel Toilettenpapier?“

Regale sind deutlich leerer als sonst

Das fragt sich auch Andreas Bornemann (62), Bauingenieur aus Prenzlauer Berg. Er sagt: „Über Hamsterkäufe wird ja schon länger gesprochen, aber jetzt sind die Regale wirklich deutlich leerer als sonst.“

Nicht der Fall ist das beim nahen Penny-Markt. Dort türmt sich sogar noch Toilettenpapier. Angesichts dieser Berge schlagen auch die KURIER-Reporter zu. Man ist ja auch nur ein Mensch.

Übrigens bestätigt die Rewe-Kette inzwischen auch offiziell, dass die Nachfrage seit Mittwoch deutlich erhöht ist. Das betreffe vor allem Konserven, Drogerieartikel und Trockenlebensmittel wie Nudeln.