Polizisten überprüften am Wochenende in Neukölln die Einhaltung der neuen Vorschriften.
Foto: Morris Pudwell

BerlinDas Coronavirus beeinträchtigt inzwischen auch die Arbeit der Polizei und Feuerwehr in Berlin. Am Sonntagabend zählte die Polizei 307 vom Virus Betroffene. Bei sieben Mitarbeitern wurden Infektionen bestätigt, bei 95 amtsärztlich Quarantäne angeordnet. 202 wurden vorsorglich isoliert, drei Mitarbeiter kehrten inzwischen den Dienst zurück. Das wurde am Montag in der Sitzung des Innenausschusses bekannt.

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Die Polizei versucht, sich nach eigener Darstellung verstärkt auf ihre Kernaufgaben zu konzentrieren. LKA-Chef Christian Steiof, der im Innenausschuss die Polizeipräsidentin vertrat, sagte, dass die Polizeiakademie am Montag geschlossen worden sei. Sämtliche Einstellungsverfahren, die seit diesem Montag geführt werden sollten, seien abgesagt worden.

Auch die Feuerwehrschule wurde am Montag geschlossen. Die frei werdenden Kräfte und Fahrzeuge werden auf die restlichen Bereiche der Feuerwehr aufgeteilt. Bei ihr gibt es bislang eine bestätigte Infektion. In einer Wachabteilung der Feuerwache Marzahn wurde bei einem Mitarbeiter eine Corona-Infektion festgestellt. Für 31 Mitarbeiter wurde amtsärztliche Quarantäne angeordnet. Die übrigen arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb in reduzierter Stärke weiter.

Problem für die Beamten: die Kinderbetreuung

Freiwerdende Kräfte von der Feuerwehrschule sollen jetzt die Wache verstärken, so dass der Betrieb in Marzahn aufrecht erhalten werden kann, erläuterte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. Er zeigte sich dennoch zufrieden mit der Personalsituation. „Wir haben eine geringe Krankheitsquote. Die Mitarbeiter sind hoch motiviert, die Herausforderungen zu packen.“

Am Montag sahen sich Polizei und Feuerwehr allerdings mit einem weiteren gravierenden Problem konfrontiert: Viele Mitarbeiter wussten nicht, wo sie ihre Kinder unterbringen sollen – angesichts der ab Dienstag geschlossenen Kindergärten und Schulen. Denn um in den Genuss einer Notbetreuung zu gelangen, müssen beide Partner nachweisen, dass sie zu systemrelevanten Berufsgruppen gehören wie etwa Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz, Wasserversorgung, Pflege oder Lebensmittelhandel. Wenn ein Elternteil nicht zu den Berufsgruppen gehöre, müsse die Familie wie alle anderen auch die Betreuung selbst organisieren, teilte die Senatsverwaltung für Bildung am Montag mit.

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