Eine Familie geht in Friedenau spazieren. Alle Familienmitglieder tragen dabei bunte Masken, als Schutz gegen das Coronavirus. Die Masken wurden von einer Freundin der Familie selbst genäht. 
Foto: dpa/Wolfram Steinberg

BerlinDas populärste Argument gegen eine Gesichtsmaske lautet: „Das haben wir noch nie gemacht!“ Schlechtes Argument. Aber wenn Krisen zu etwas gut sind, dann zum Lernen. Also: Mund-und-Nasen-Schutz auf, wenigstens, wenn es zum Einkaufen geht. Es sieht nicht super aus, aber das ist zurzeit unwichtig. Was also spricht dafür, die kulturelle Hemmschwelle zu überwinden?

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Wer einen Mund-Nasen-Schutz trägt, bewahrt Mitmenschen davor, von Tröpfchen getroffen zu werden, die beim Husten und Niesen aus einem herausschießen. Manchmal kommt das Niesen ja schneller als die Armbeuge vor dem Mund sein kann. Oder man hat gerade beide Hände voll.

Ich persönlich bilde mir ein, dass ich auch weniger umherfliegende Viren einatme, aber die Wissenschaftler bestätigen das nicht. Macht nichts. Wenn das Masketragen auch nur das Geringste bewirkt, ist es gut. Jede Maßnahme, auch die allerkleinste, die den Ausnahmezustand für Menschen und Wirtschaft auch nur um einen Tag verkürzt, ist gut.

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Weil Masken derzeit nicht zu kaufen sind, habe ich in Nadelarbeit selber welche gemacht – aus kochbaren Taschentüchern der Vor-Tempo-Zeit. Diese Exemplare sind keine „Kreationen“ und durchaus optimierungsfähig: Sie liegen noch nicht so dicht an, wie das empfohlen wird – aber mit den Tagen und der Erfahrung wird das schon.

Ich lese: „Mundschutz bei Durchfeuchtung wechseln und beim Tragen nicht anfassen.“ Das müsste machbar sein. Und auf keinen Fall denken, dass die Maske Abstandsgebot und Händewaschen ersetzt. Sich von anderen Nützliches abzuschauen, hat die Menschheit schon oft vorangebracht. Jetzt heißt es: Von den Chinesen lernen! Wird echt Zeit.

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