Auch Kitas müssen wegen des Coronavirus schließen.
Foto: imago/biky

BerlinHunderte Berliner Familien müssen wegen des Coronavirus inzwischen ihren Alltag umorganisieren. Mit der Kita „Waldräuber“ in Reinickendorf wurde am Mittwoch zum ersten Mal ein Kindergarten geschlossen, weil ein Kind positiv auf Corona getestet wurde. Laut Auskunft der Kita besteht auch bei einer Erzieherin der Verdacht auf eine Infektion. Die Einrichtung soll bis zum 18. März geschlossen bleiben. 

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Bereits am Montag war wegen einer Infektion im Team auch die Kita „Pappelallee 40“ in Prenzlauer Berg für längere Zeit geschlossen worden, wohl bis zum 20. März. Am Mittwoch blieb mit der Conradschule in Wannsee außerdem eine weitere Schule geschlossen – laut Senatsschulverwaltung wegen eines Abklärungsfalls vorerst nur drei Tage, bis einschließlich Freitag. Die Sophie-Scholl-Schule in Schöneberg bleibt laut Stadtrat Oliver Schworck (SPD) ebenfalls bis einschließlich Freitag geschlossen, dort sei eine Lehrkraft infiziert.

Auch die Földerich-Grundschule in Spandau soll geschlossen werden, laut Senatsschulverwaltung ist noch nicht klar, wie lange. Mit der Emanuel-Lasker-Schule in Friedrichshain und der freien Schule Eins in Pankow sind damit derzeit fünf der mehr als 800 Berliner Schulen geschlossen. Die Zuckmayer-Schule in Neukölln, die am Mittwoch gesperrt blieb, wird hingegen nach Auskunft von Schulstadträtin Karin Korte (SPD) am Donnerstag wieder geöffnet.

27 Prozent der Schüler waschen in der Schule ihre Hände nicht

Vier Lehrkräfte und mehrere Schüler, die dort mit einer infizierten Lehrerin Kontakt gehabt hatten, bleiben in Isolation. Schülerausschuss schlägt Alarm Angesichts der Ansteckungsgefahr beunruhigende Ergebnisse hat eine Blitz-Umfrage des Landesschülerausschusses erbracht: 27 Prozent der teilnehmenden Schüler hat gesagt, sich in der Schule die Hände nicht zu waschen.

Darüber hinaus berichtet mehr als die Hälfte, an ihren Schulen gebe es keine Seifenspender oder diese seien nicht gefüllt. Zwei von drei Teilnehmern berichteten außerdem von fehlenden Papierhandtüchern auf den Schultoiletten. Viele Berliner Schülerinnen und Schüler fühlen sich von Senat und ihren Schulen unzureichend informiert: 70 Prozent der Umfrageteilnehmer berichteten, im Unterricht nicht über das Coronavirus aufgeklärt worden zu sein.

Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, laut dem Vorsitzenden des Landesschülerausschusses Miguel Góngora haben aber etwa 3000 Schüler aus allen Bezirken daran teilgenommen. Das Schülergremium forderte am Dienstag die Ausstattung aller Schulen mit Hygieneartikeln und Anleitungen zum Händewaschen. Auch müssten die Toiletten regelmäßig kontrolliert und mit warmem Wasser versorgt werden. „Solche Bedingungen sind eine Zumutung für unsere Gesundheit“, sagte Góngora.