Cottbus: Staatsanwaltschaft ermittelt im brutalen Überfall in Flüchtlingsheim

Der Vorfall um drei verfolgte und geschlagene Flüchtlinge in Cottbus beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt nun wegen gefährlicher schwerer Körperverletzung. Das sagte Oberstaatsanwältin Petra Hertwig am Donnerstag dem RBB. Zudem prüft die Stadtverwaltung Cottbus, ob der Sicherheitsdienst Fehler gemacht habe. Am Dienstag hatte der Staatsschutz, der die Ermittlungen übernommen hat, zum ersten Mal die Opfer befragt.

Überfall in der Silvesternacht

In der Silvesternacht waren in Cottbus mehrere Unbekannte in eine Flüchtlingsunterkunft eingedrungen und hatten Bewohner verletzt. Nach Angaben der Polizei ging bei den Einsatzkräften gegen 02.10 Uhr ein Notruf vom Wachschutz der betroffenen Unterkunft ein. Mehrere Deutsche sollen dort zuvor geklingelt und die Wachschutzmitarbeiter geöffnet haben.

Als dann keiner eingetreten sei, hätten Mitarbeiter an der Tür nachgesehen. Dann hätten vier Männer und zwei Frauen die Unterkunft gestürmt und seien auf mehrere Flüchtlinge losgegangen. Beim Eintreffen der Polizei sei bereits eines der Opfer mit Gesichtsverletzungen von den Rettungskräften versorgt worden. Diese sollen ihm mit einer Flasche zugefügt worden sein.

Wachleute schauten zu

Eine Bürgerinitiative in Cottbus hatte am 7. Januar in einer Mitteilung auf den Vorfall aufmerksam gemacht und gefordert, dass das Sicherheitsunternehmen künftig keine Aufträge mehr von der Stadt erhalten dürfe. Den Darstellungen zufolge sollen Bewohner der Initiative geschildert haben, dass Wachleute zugeschaut hätten, wie Flüchtlinge geschlagen wurden. 

Nach Polizeiangaben sind die Wachschutzleute, die in der Einrichtung zur Zeit des Vorfalls gearbeitet hatten, den Behörden nicht als Rechte bekannt. Dem Träger der Unterkunft zufolge liegt der Wachschutz nicht in dessen Verantwortungsbereich, sondern in dem der Stadtverwaltung. Der Staatsschutz ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und ob ein fremdenfeindliches Motiv hinter dem Angriff stecke. (BLZ/dpa)