Der kriminelle Wochenrückblick: Schüsse aus Eifersucht und ein volltrunkener Polizist

In der zurückliegenden Woche ging es auf den Berliner Straßen wieder brutal zu. Unser Crime-Reporter Andreas Kopietz zieht wie immer seine eigene Bilanz.

Wer kennt diesen Blick? Moderne Software kann Augen schon Tätern zuordnen.
Wer kennt diesen Blick? Moderne Software kann Augen schon Tätern zuordnen.Polizei

Fünfmal drückte er ab, schoss auf das Auto, das auf ihn zufuhr: Vor zwei Wochen berichteten wir an dieser Stelle, dass in Friedrichsfelde ein 55-jähriger Autofahrer durch Schüsse schwer verletzt wurde. Am Sonntagabend konnte die Polizei den 45-jährigen Täter in einer Neuköllner Wohnung festnehmen. Es stellte sich heraus, dass er ein Häftling ist, der aus dem offenen Vollzug entwichen war. Er soll wütend auf den Bauunternehmer gewesen sein, weil dieser ihm die Frau ausgespannt hatte. Jetzt sitzt der Mann wieder im fest verschlossenen Vollzug.

Ein betrunkener Polizist zettelte in der Nacht zum Dienstag vor einer Disko im Prenzlauer Berg Streit an. Er hatte Hausverbot, weil es mit ihm schon früher Ärger gab. Wegen seines aggressiven Auftretens und seines Alkoholisierungsgrades holten die Türsteher die Berufskollegen des Mannes dazu. Ein Atemalkoholtest ergab bei dem Polizisten 2,35 Promille.

Ein sehr schlechtes Vorbild war ein Vater für seinen Sohn. Am Mittwoch beobachteten Wachmänner die beiden, wie sie auf dem ehemaligen Güterbahnhof Tempelhof Schrott stahlen. Der 41-Jährige und sein 16-jähriger Sohn verluden Eisenteile und zerlegten Schienen mit einem Gesamtgewicht von 500 Kilo in ein Auto. Einen Führerschein hat der Vater nicht, und auch die Kennzeichen an dem VW Polo waren gestohlen. Nach dem Mann wurde bereits mit Haftbefehl gesucht: Er hat eine Haftstrafe von 192 Tagen wegen eines Verkehrsdeliktes zu verbüßen. Seinen Sohn durfte die Mutter bei der Polizei abholen.

Besonders schlau stellte sich ein Mann an, der sich zusammen mit einem Komplizen, getarnt als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma, am 19. November Zutritt zu einer Schließfachanlage in der Charlottenburger Fasanenstraße verschaffte. Mit klarem, ausdrucksstarkem Blick schaut er in die Überwachungskameras, bevor er deren Objektive mit Farbe besprüht. So zeigen es die Fahndungsbilder, die die Polizei am Mittwoch veröffentlichte. Die Täter brachen das Depot eines Luxusuhrenhändlers und viele andere Schließfächer auf. Sie entkamen mit Armbanduhren, Gold, Geld und Schmuck. Zum Glück gibt es inzwischen moderne Gesichtserkennungssoftware, die Tatverdächtige bereits an deren Augen erkennt.