Spektakuläre Architektur: das Bürohaus Cube vor dem Hauptbahnhof. Der Bau kostete rund 100 Millionen Euro.
Foto: Berliner Zeitung/Markus Wächter

BerlinBislang dominieren Fassaden mit Schießscharten-Architektur das Stadtviertel um den Berliner Hauptbahnhof. Doch jetzt gibt es dort, wo viele Touristen erstmals Berliner Boden betreten, eine echte Sehenswürdigkeit. Auf dem Washingtonplatz vor dem Bahnhof ist das Bürohaus Cube fertiggestellt worden. Der Bauherr, die CA Immo, feierte am Dienstag die Eröffnung.

Der würfelförmige Neubau, der nach Plänen des dänischen Architekturbüros 3XN aus Kopenhagen entstand, hat eine Kantenlänge von jeweils 42,5 Metern und ist voll verglast. Das Besondere: Die Glasfassade hat Falten und Knicke. Die Umgebung spiegelt sich kaleidoskopartig darin. Je nach Lichteinfall verändert sich das Aussehen.

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„Schon während der Bauzeit blieben Passanten stehen, um sich in und vor der Fassade zu fotografieren“, berichtet CA Immo-Geschäftsführer Matthias Schmidt.   Die Knicke und Falten in der Fassade dienen nicht nur der äußeren Gestaltung. Sie haben auch einen praktischen Zweck: Dahinter verbergen sich auf jedem Obergeschoss kleine Terrassen. Ganz oben gibt es eine Dachterrasse.

Arbeiten an Cube-Gebäude begannen 2017

Sie steht wie die Terrassen auf den Etagen nur den Mietern des Hauses zur Verfügung. Im Erdgeschoss soll auf 1000 Quadratmetern Gastronomie einziehen – und als eine Art moderner Marktplatz auch öffentlich zugänglich sein. Der Cube verfügt über insgesamt 17.000 Quadratmeter vermietbare Fläche und ist laut CA Immo-Geschäftsführer Matthias Schmidt komplett vermietet. Im Schnitt bewegen sich die Büromieten laut Schmidt im mittleren 30-Euro-Bereich.

Mieter sind unter anderem eine Anwaltskanzlei und die Deutsche Bahn. Die Bahn hatte noch unter ihrem damaligen Chef Hartmut Mehdorn im Jahr 2007 den Plan verfolgt, den Cube komplett selbst zu nutzen. Auf den obersten Etagen sollte der Bahn-Vorstand einziehen. Doch daraus wurde nichts. Denn die Bahn verlängerte schießlich ihren Mietvertrag für den Büro-Tower am Potsdamer Platz. Die Finanzkrise 2008/2009 führte dazu, dass sich der Bau des Cube über Jahre verzögerte.

Hier soll die Europacity entstehen. 
Grafik: BLZ/Hecher; Quelle: Senstadtum Berlin

Erst 2017 begannen die Arbeiten für den Cube, der Teil der Europacity ist, die rund um den Hauptbahnhof entsteht. Auf dem etwa 60 Hektar großen Areal der Europacity entstehen neben Büros und Hotels rund 3000 Wohnungen. Etwa 16.500 Menschen sollen in den Büros einmal arbeiten.

Gut die Hälfte der Gebäude stehen mittlerweile. Der südliche Bereich der Europacity ist mit dem Cube fertiggestellt. Im Cube erwartet die Beschäftigten modernste Technik. Per App, die die Mieter auf ihrem Handy haben, öffnet sich kontaktlos die Schranke zur Tiefgarage und anschließend der Zugang im Foyer.

Cube soll zu einem intelligenten Haus werden 

Der Fahrstuhl erkennt, auf welcher Etage sich das Büro des Mieters befindet und hält dort automatisch. Auch die Temperatur im Büro lässt sich über die App steuern. Und wer einen Kollegen sucht, kann per App nachsehen, wo er sich im Haus gerade aufhält. Vorausgesetzt, der Kollege hat diese Funktion freigeschaltet. 3800 Sensoren sind im Cube installiert, um das Bürogebäude zu einem intelligenten Haus zu machen. Der Cube soll außerdem noch ressourcenschonend und energieeffizient sein.

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So wird beispielsweise die durch Sonneneinstrahlung gewonnene Energie genutzt, um die zugeführte Frischluft zu kühlen. Und die Scheiben sind so beschichtet, dass sie das Aufheizen der Innenräume im Sommer minimieren. Für das Reinigen der Glasfassade gibt es dagegen eine vergleichsweise unspektakuläre Lösung. Die Fensterputzer, so Architekt Torben Östergaard, erledigen ihre Arbeit  außen von einer Hebebühne.