Die Eiersuche mit den eigenen Kindern im eigenen Garten bleibt erlaubt.
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Das Osterfest naht. Aber wegen Corona wird dieses Jahr alles anders sein als sonst. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnt: Oster-Reisen zu Verwandten sind tabu! Der Infektionsschutz gehe vor. Angesichts solcher Regeln fragen sich jetzt viele Berliner, was zu Ostern überhaupt noch erlaubt ist – und wie sie die Feiertage für ihre Familie retten sollen.

Gibt es in der Corona-Krise genug Ostereier für alle?

Ja, versichern Handel und Geflügelwirtschaft. Daran ändere auch die in der Krise gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln wenig. Margit Beck vom Marktinfo-Dienst Eier und Geflügel sagt: „Die Verbraucher werden genügend Eier finden, wenn auch vielleicht nicht jeder sein Traum-Ei.“

Was müssen Kunden beim Ostereinkauf beachten?

Die Ketten Aldi, Lidl, Rewe und Edeka wollen Anstürme auf die Supermärkte verhindern. Sie raten Kunden, Einkäufe nicht erst am Gründonnerstag oder am Sonnabend zu erledigen. In den Filialen gelten Einlassbeschränkungen und strenge Abstandsregeln. Kunden, die erst auf den letzten Drücker kommen, müssen mit langen Wartezeiten vor Filialen rechnen.

Darf man jetzt noch draußen Eier suchen?

Das kommt ganz darauf an. Die Eiersuche mit den eigenen Kindern im eigenen Garten bleibt erlaubt. Verboten ist es hingegen, haushaltsfremde Personen einzuladen oder mit anderen Eltern und Kindern in öffentlichen Parks auf die Suche zu gehen. Auch Picknicks, Grilltreffen und Gruppenspaziergänge mit Bekannten in Parks sind tabu. Die Polizei macht Kontrollen.

Dürfen noch Ostermärkte und Osterfeuer stattfinden?

Nein. Das aktuelle Verbot von Menschenansammlungen und Veranstaltungen gilt auch für Oster-Events. Grundstücksbesitzer dürfen aber bei entsprechender Vorsicht ein Osterfeuer für ihre Familie entfachen.

Lesen Sie hier: Getrennt und doch zusammen: Ostern feiern mit der Familie

Dürfen Oma und Opa zu Ostern ihre Enkel sehen?

Für Großeltern gibt es keine grundsätzlichen Ausnahmen von den Kontaktsperre-Regeln. Vor allem aber sollten Familien jetzt so vernünftig sein, die Großeltern nicht unnötig einer Ansteckungsgefahr auszusetzen. Für ältere Menschen ist das Coronavirus besonders gefährlich. Der Besuch von Oma und Opa sollte deshalb ausfallen. Eine Alternative sind Videokonferenzen, etwa über Skype.

Darf man zu Ostern noch weitere Strecken mit dem Auto fahren?

Der ADAC ruft dazu auf, Reisen, Autofahrten, Verwandtenbesuche und auch Spritztouren ins Grüne vorerst zu unterlassen. Die Grenzen einiger Bundesländer kann man ohnehin kaum noch passieren. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern verbannen Touristen konsequent aus den Küstengebieten. Auch in Bayern sind Reisen untersagt.

Fällt der Oster-Stau dieses Jahr aus?

Ja, zum ersten Mal seit vielen Jahren rechnet der ADAC mit „freien Autobahnen zu Ostern“. Auch die Deutsche Bahn erwartet für ihre Züge nicht mehr als 15 Prozent Auslastung im Fernverkehr.

Was tun, wenn Kinder wegen der Corona-Einschränkungen Oster-Frust haben?

Stefanie Becker vom Online-Portal „Baby und Familie“ rät zum Vorlesen, Basteln und Ostereier-Bemalen. Auf der Internetseite www.baby-und-familie.de findet man Bastelvorlagen etwa für Clowns, Schmetterlinge und Osterkörbchen zum Ausdrucken. Die Umweltorganisation Nabu bietet Kindern in Corona-Zeiten die Chance, die Natur am Computer zu entdecken (www.najuversum.de). Lehrreiche Spiele wie ein Wolfsquiz und ein Quiz zu Insekten gibt es auch im Netz (www.nabu.de).

Was ist jetzt ein passendes Ostergeschenk für Kinder?

Die Verkaufsschlager des Jahres 2020 sind Spieleklassiker, mit denen man sich gut im Corona-Hausarrest beschäftigen kann. Das Portal Check24 listet das Kartenspiel „Uno“ auf Platz 1 der Oster-Hits, gefolgt von „Vier gewinnt“ und dem Kartenspiel „Skip-Bo“. Auch Musikspielzeuge, Lego und Puzzles sind angesagt. Eine aktuelle YouGov-Umfrage ergab, dass 43 Prozent der Deutschen dieses Jahr bis zu 50 Euro für Ostergeschenke ausgeben wollen.

Wie gestalten Eltern in Corona-Zeiten die Eiersuche in der Wohnung spannend?

Vor allem älteren Kids kann man es dieses Jahr etwas schwieriger machen. Kniffelige Verstecke sind: die Eierablage im Kühlschrank, die Seifenablage, der Zahnputzbecher, die Schultasche und der Obstkorb. Eltern können Ostereier auch mit Klebeband unter Tischen, Stühlen und Schränken befestigen. Im Kleiderschrank bieten sich die Socken als gutes Versteck an.

Was tun, wenn das große Oster-Familienessen wegen der Besuchsverbote ausfällt?

Als Entschädigung können Eltern mit den Kids gemeinsam ein Oster-Kinderrezept nachkochen. Unter dem Suchbegriff „Ostern Kinder“ gibt es auf der Website www.chefkoch.de eine große Auswahl – Überraschungskuchen, Ostermuffins, Hefeküken, Möhrenbolognese, Osterhasen-Pizza und Schoko-Waffeln mit süßem Spiegelei.

Wann sollte man in der Corona-Krise die Osterkarten abschicken?

Damit der Ostergruß pünktlich ankommt, sollte er spätestens morgen in der Post sein. Je nach Region und Bundesland kann es zu Zustell-Verzögerungen kommen. Für Briefe ins Ausland rechnet die Post mit stärkeren Einschränkungen. In Quarantäne-Regionen wie Italien, Spanien, USA und China kommen Osterbriefe womöglich gar nicht an.

Werden Osterpakete zugestellt?

Auch Päckchen und Pakete sollten so früh wie möglich abgeschickt werden. Einige Lieferanbieter übergeben Sendungen jetzt nicht mehr an Nachbarn, wenn der Empfänger nicht zu Hause angetroffen wird. Das Paket landet dann direkt in der Filiale. Möglich ist es aber, einen Wunschablageort anzugeben – etwa vor der Tür, in der Garage oder im Hof.

Gibt es dieses Jahr Osterblumen?

Ja, Blumengeschäfte dürfen in der Corona-Krise öffnen. Kunden müssen natürlich den Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten.

Gibt es dieses Jahr Ostergottesdienste?

Ja, aber nicht mit Publikum. Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg kündigt an, dass die Osterbotschaft in TV- und Radiogottesdiensten, in Livestreams, Videokonferenzen, auf Facebook, Instagram und über WhatsApp verkündet wird. Der RBB zeigt den katholischen Gottesdienst mit Erzbischof Heiner Koch am Ostersonntag, 10 bis 11 Uhr.