Grazau - Der alte Stall steht etwas versteckt hinter einem weißen Einfamilienhaus auf einem Privatgrundstück am Ortsrand von Garzau bei Strausberg (Märkisch-Oderland). 40 Quadratmeter Grundfläche, gemauert aus Feld- und Ziegelsteinen, von einem Dachaufbau aus verwittertem Holz gekrönt. Ein wenig heruntergekommen sieht das Gebäude aus, vor allem das Dach scheint nicht mehr recht sturmsicher. Die schmale Stalltür steht auf, lässt den Blick ins Innere zu. Gartenmöbel stapeln sich dort, Fahrräder sind zu sehen, Gartengeräte. Früher ein Stall, heute ein Schuppen.

Hierin haben aber auch Menschen gelebt, oder besser: gehaust. 75 Jahre ist das her. Etwa ein Dutzend jüdische Zwangsarbeiter, die auf dem Gut Garzau schuften mussten, waren hier mehrere Jahre lang untergebracht. Der Junge, der mit seinen Eltern in dem schönen Haus vor dem Schuppen wohnt und im Garten Holz hackt, zuckt mit den Schultern. Von den Zwangsarbeitern weiß er nichts, sagt er. Vielleicht will die Familie auch nichts wissen davon. Was haben sie, die Zugezogenen, schon damit zu tun?

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