Das Café Huthmacher in der Berliner City West war ein Ort des neuen Chics.

Ein grandioser Fensterplatz mit großen Blick auf die Versuche, West-Berlin ein neues, modernes Zentrum zu geben. Der Blick auf dem Foto geht im Juli 1957 aus dem Café Huthmacher im soeben fertiggestellten und viel Stolz eröffneten Hochhaus am Zoo – auf die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche – noch ohne den neuen Turm – , links liegt ein Prachtstück des neuen Geschäfts- und Vergnügungsviertels, das Kino Zoo-Palast.

Das  elegante Café   Huthmacher mit Konditorei  und Restaurant lag in der ersten Etage  über einer offenen, säulengetragenen Fläche zu ebener Erde. 

Das  Hochhaus beherbergte seinerzeit Büro- und Ausstellungsflächen für die Damenoberbekleidungsindustrie (DOB), deshalb trug es anfangs auch den Namen DOB-Hochhaus.

Man hatte es als neues Zentrum für die traditionelle Berliner Bekleidungsindustrie errichtet – das alte Zentrum am Hausvogteiplatz lag in Trümmern. Für eine kurze Zeit siedelten sich noch Textilfirmen um die Gedächtniskirche an – allein 400 davon stellten Damenoberbekleidung her.

7.000 Näherinnen kamen täglich aus dem Ostteil der Stadt, wo die Löhne geringer waren. Als 1961 die Mauer ihre Anreise verhinderte, brach ein Großteil der Firmen zusammen. Als 1989 die Mauer wieder fiel, war die Textilbranche verschwunden, kaum jemand weiß noch vom alten Namen DOB-Hochhaus.

Das Café Huthmacher lockte Touristen, bot  Geigenmusik und Tanz und war Anlaufpunkt auch für Herren auf Suche nach Damenkontakt. 1983 war die Aufregung groß, als die Fastfood-Kette McDonald's an dessen Stelle ihren ersten Berliner Standort eröffnete.