Ein ICE der Deutschen Bahn.
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BerlinSeit rund 15 Jahren war sie eine Quelle des Ärgers, jetzt ist sie endlich Vergangenheit: Die Regelung, dass das City-Ticket der Bahn in Berlin nur in einem Teil der Stadt gilt, wird abgeschafft. Von diesem Sonntag an kann es im gesamten Stadtgebiet genutzt werden. Am Freitag besiegelten Susanne Henckel, Chefin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg, und Bahnvorstand Berthold Huber die Änderung. Der Schauplatz war mit Bedacht gewählt: Es war der Bahnhof Spandau.

Die Station hat enorm an Bedeutung gewonnen, seitdem der Bahnhof Zoo 2006 vom Fernverkehr abgehängt wurde. Weil sie gut an Bahn und Bus angeschlossen ist, beginnen und enden zahlreiche Bahnreisen dort. Doch das City-Ticket galt hier bislang nicht. Normalerweise berechtigt es viele Fernzugreisende in bestimmten Städten dazu, vor und nach der Fahrt den Nahverkehr zu nutzen. In Berlin war es aber nur innerhalb des S-Bahn-Rings und von dort nach Lichtenberg gültig. Wer im Tarifbereich Berlin B von Kontrolleuren erwischt wurde, war ein Schwarzfahrer. Dabei leben dort 80 Prozent der Berliner.

„Seit 2017 haben wir uns darum bemüht, dass das City-Ticket auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet wird“, sagte Peter Cornelius von Pro Bahn. Dem Vernehmen nach zahlt die DB dem VBB nun mehr Geld. „Lange Verhandlungen liegen hinter uns, aber es hat sich gelohnt“, so Henckel. „Nun wird die Reise für viele Fahrgäste komfortabler und preiswerter“, sagte Huber.