In Berlin sollen ein Jahr lang Kinder regelmäßig getestet werden. 
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BerlinDie Teststrategie für Kitas und Schulen, vergangene Woche vom Senat angekündigt, hat etwas mehr Gestalt angenommen: 24 Schulen, zwei aus jedem Bezirk, sollen an einer von der Charité durchgeführten Langzeitstudie teilnehmen. Kinder und Jugendliche aus zwei Klassen pro Einrichtung sollen über ein Jahr in regelmäßigen Abständen getestet werden, ob sie mit dem Coronvirus infiziert sind oder waren. Das kündigte Staatssekretärin Beate Stoffers (SPD) im Bildungsausschuss an.

Die Auswahl der Schulen erfolgt sowohl nach dem Zufallsprinzip als auch nach Repräsentativität – von Brennpunktschule bis Bildungsbürger-Gymnasium sollen alle Sozialräume vertreten sein. Wann diese Testreihen konkret beginnen, ist allerdings noch unklar: Wie die Berliner Zeitung erfuhr, stecken sie derzeit noch tief im Planungsstadium.

So soll zum Beispiel auch an Kitas getestet werden – an wie vielen, ist nicht entschieden. „Das Konzept steht, die Frage ist jetzt, wie genau es umgesetzt werden soll“, sagte Tobias Kurth am Freitag der Berliner Zeitung. Kurth ist Professor am Institut für Public Health der Charité, das die Teststrategie für Berlin mitverfasst hat und auch an ihrer Umsetzung beteiligt ist. Momentan seien noch viele Fragen offen – unter anderem die, wie viele Testungen über die Finanzierung abgedeckt sind. Erst, wenn das klar sei, könne man entscheiden, in wie vielen Einrichtungen getestet werden kann. „Und erst dann können wir die Testungsteams zusammenstellen und die Einrichtungen kontaktieren. Die Testungen können erst erfolgen, wenn die Einrichtungen und selbstverständlich die Eltern zugestimmt haben“, so Kurth.

Das Ziel der Langzeittestungen, die auch in Pflegeheimen durchgeführt werden sollen, sei es, das „Grundrauschen“ der Pandemie in der Bevölkerung zu erfassen, um bei Ausschlägen schnell reagieren zu können, erklärte Kurth. Die Charité erhofft sich aber auch weitere Erkenntnisse über das Infektionsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen. Das ist wissenschaftlich immer noch umstritten und wegen der Schul- und Kitaöffnungen inzwischen zum Politikum geworden.

Stoffers  kündigte im Bildungsausschuss zudem an, dass an weiteren 24 Schulen, vor und nach den Sommerferien das komplette Kollegium durchgetestet werden soll. Außerdem sollen Lehrkräfte in Zukunft die Möglichkeit bekommen, sich auch ohne schwere Symptome unkompliziert an den acht Teststellen in der Stadt testen zu lassen – ab wann das geht, ist allerdings ebenfalls noch nicht spruchreif. 

Update um 17.50 Uhr: Wissenschaftsstaatssekretär Steffen Krach (SPD) sagte der Berliner Zeitung, die Finanzierung der Teststrategie sei durch das Land gesichert. Momentan werde noch ermittelt, welche Testanzahl die Charité für sinnvoll erachte.