Berlin - Das Ende der staatlichen Impfzentren in Berlin steht wohl bevor – und der Schritt ist richtig. Die Zahlen sind eindeutig: Der laufende Betrieb dieser sowieso nur als temporäre Lösung gedachten Zentren kostet jeden Monat 17 Millionen Euro. Dort lassen sich aber kaum noch Leute erstimpfen und nur noch einige boostern. Die Auslastung liegt bei gerade mal 39 Prozent. Die meisten Impfungen erfolgen in den Arztpraxen.

Ein gewichtiges Gegenargument ist, dass auch früher schon mal über eine Schließung nachgedacht worden war, weil die Impfzahlen weit im Keller waren. Das war im Herbst vergangenen Jahres. Damals wurde nicht geschlossen – und das erwies sich als richtig, als Omikron kam.

Doch nun sieht es deutlich anders aus: Auch Corona verläuft saisonal unterschiedlich und vor dem Herbst war mit einem Anstieg der Zahlen zu rechnen – und damit verbunden mit einem Anstieg der Impfbereitschaft. Nun aber steht ein Frühling und ein langer Sommer an, mit sicher großen Lockerungen und viel Rückkehr zur Normalität. Da ist kaum damit zu rechnen, dass massenhaft harte Impfverweigerer plötzlich zu den Impfzentren pilgern.

Also sollte das Geld dort eingespart werden. Ein Teil könnte an das medizinische Personal gehen, das in den Praxen impft. Diese Leute fordern seit langem eine Prämie für die Erledigung dieser massiven Zusatzaufgabe.

Wenn die Zentren ab Herbst tatsächlich wieder gebraucht werden sollten, wäre ein Neustart natürlich teuer. Aber es wurde ein halbes Jahr lang auch reichlich Geld gespart. Das kann dann genutzt werden, um die Zentren wieder zu aktivieren. Neben dem Geld wäre auch das Know-how vorhanden und die nötigen Routinen. Es muss dann eben nur rechtzeitig darüber nachgedacht werden, ob und ab wann solche Zentren wieder nötig sind.