Berlin - Vor fast genau einem Jahr haben das Kind und ich einen Ausflug gemacht. Zum ersten Mal nach acht Wochen hatten wir Weißensee verlassen und waren in die Stadt gefahren. Aufgeregt, freudig, ein wenig ängstlich. Wir atmeten noch ungeübt hinter unseren Stoffmasken und hätten, am Ziel angekommen, am liebsten die Luft umarmt. Auf dem Heimweg hatte das Kind eine Lego-Tüte in der Hand, die ihm bis zur Hüfte ging, und ich trug leicht an 80 Tonnen Seligkeit.

Dieser Tage habe ich mir die Fotos von den leeren Bahnsteigen und pengbunten Blumenrabatten am Tauentzien noch einmal angesehen und die Kolumne wieder gelesen, die ich damals geschrieben habe. Damals: Es liegt ein kleines Leben zwischen Mai 2020 und Juni 2021. Warum ich die Erinnerungen hervorholte, mit unsicheren Händen? Wir sind wieder zum Lego-Kaufen gefahren. Nicht mehr ängstlich, nur noch froh. Ich, weil das Rascheln der Steine lange verstummt war und außer Schule und Computerspielen kaum etwas Platz hatte in dem jungen Leben. Und das Kind wegen der in „normalen“ Zeiten geltenden einfachen Formel Kind + Lego = Glück.

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