Berlin - Seit mindestens anderthalb Jahrzehnten heißt es über Berlin immer wieder, es werde – knapp 800 Jahre nach seiner Gründung – nun endlich erwachsen. Meistens geht es dann darum, dass irgendein teures Restaurant eröffnet hat, dass es in einem neuen Geschäft was Tolles zum Anziehen gibt oder dass die Leute in irgendeinem Viertel weniger Party und mehr Kinder machen. Diese Entwicklungen sind manchmal begrüßenswert, manchmal im Grunde egal, oft aber auch nicht zu verstehen, wenn man den Kontext ignoriert. Und der lässt sich allzu oft so zusammenfassen: Berlin wird nicht erwachsen, das ist es längst. Es wird einfach nur teurer.

Dieser Prozess lässt sich nachweisen für die Zeit ab den späten Nullerjahren. Was sich nicht nachweisen lässt, sind nennenswerte politische Initiativen, um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Muss man das denn? Die Frage ist natürlich legitim. Vor zwanzig Jahren waren beispielsweise die Zinsen aus heutiger Sicht unfassbar hoch, und da hat auch keiner rumkrakeelt, dass die Bundesbank enteignet werden muss. Jetzt sind die Zinsen niedrig, dafür sind die Mieten hoch (Disclaimer: Gewiss, sie unterliegen noch sehr viel anderen Faktoren) – und prompt will eine Initiative mit Unterstützung einer Partei per Volksbegehren große Wohnungsunternehmen enteignen.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.