Finowfurt - Mit der Ruhe ist es gleich vorbei. Christina Grätz hält einen Moment inne, bevor sie mit ihrer Arbeit beginnt. Sie hat sich die Strümpfe über die Hosenbeine gezogen, den Kragen ihrer Funktionsjacke nach oben geklappt und hockt auf Knien neben dem Stumpf einer alten Kiefer. Es ist 6.15 Uhr an einem Mittwochmorgen. Dichter Frühnebel liegt träge über dem Oder-Havel-Kanal. Vögel zwitschern. Auf der Bundesstraße B 167, die nur ein paar Meter entfernt vorbeiführt, sind noch keine Autos unterwegs.

Grätz’ Blick ruht auf einem etwa 70 Zentimeter hohen Ameisenhügel. Der Bau ist eine Ansammlung aus trockenen Nadeln, Halmen, Rinde und feinem Geäst, hier und da sind kleine Löcher zu erkennen, ansonsten ist kein Tier an der Oberfläche zu sehen. „In der Frühe sind fast alle Waldameisen noch in ihrem Bau. Diesen Moment wollen wir nutzen, damit wir möglichst viele Tiere mitnehmen“, erklärt Grätz, 45 Jahre alt, und taucht unvermittelt bis zu den Unterarmen in den Haufen ein. Entschlossen nimmt sie so viel Material, wie ihre Hände fassen können, und packt es zügig in den Papiersack, den ihre Kollegin Marie für sie bereithält.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.