Berlin - In gesellschaftspolitischen Diskussionen wird das Wort Symbolpolitik nicht selten als Vorwurf gebraucht. Ein Argument soll als schöner Schein enttarnt werden, das Symbol steht dabei im Verdacht, eine hässliche Wirklichkeit kaschieren zu wollen.

Aber es gibt Symbole, die sich eines solch pejorativen Urteils entziehen. Als vor elf Jahren die Idee einer Kirche entwickelt wurde, die nicht nur die drei Weltreligionen unter einem Dach vereinen, sondern sich auch offen gegenüber areligiöser Haltungen zeigen sollte, schien es kaum mehr als eine kühne Idee zu sein. Nun aber ist ein Grundstein gelegt worden, der auch in der Sprache der Architektur eine stetige Pfingstbotschaft ausruft. Das House of One plädiert für eine Vielstimmigkeit, die den zerstörerischen Kreislauf zu durchbrechen versucht, in dem der Glaube beinahe reflexhaft mit Religionskonflikten assoziiert wird. Auf den Fundamenten der einstigen Petrikirche, die Anfang der 1960er-Jahre vom SED-Regime abgerissen wurde, wird ein Gebäude errichtet, in dessen Zentrum ein Kuppelsaal entstehen soll, der die herkömmlichen Vorstellungen von einer Synagoge, einer christlichen Kirche und einer muslimischen Moschee miteinander verbindet.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.