Einssiebzig? Für eine Kugel? – Gestern am Eisladen tröstete ich mich mit einem Evergreen aus den Nullerjahren, der Jürgen Trittin seit seiner Zeit als Bundesumweltminister nachhängt, nämlich „dass die Förderung erneuerbarer Energien einen durchschnittlichen Haushalt nur rund einen Euro im Monat kostet – so viel wie eine Kugel Eis.“ Ein Ohrwurm zum Mitgrummeln. Selbstverständlich zahlt ein sparsamer Zweipersonenhaushalt für die sogenannte EEG-Umlage derzeit nicht nur einen Euro im Monat. Drei? Haha. Acht? Pfff. Es sind 13. Weiß jemand, ob das zierliche Adverb „rund“ diese Tarifspreizung gerade noch abzudecken vermag?

Die Kugel schien jedenfalls zu teuer, um sie mir zu geben. Doch dann begriff ich, dass der Spaß, gemäß der Trittinschen Strom-Eis-Preisbindung, ja durchaus auch 13 Euro kosten könnte. Da ergriff mich heitere Gelassenheit, und der Schnäppchenjäger in mir gönnte sich für schmale Einssiebzig eine winzige Waldmeisterwaffel.

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