Berlin - Hildegard Simon war Dienstmädchen in Berlin, bevor sie in einer Batteriefabrik zur Arbeit gezwungen wurde, weil sie Jüdin war. Kees Maas wurde aus dem besetzten Holland zur Arbeit nach Berlin verpflichtet, zur Firma Telefunken. Leonid Ryabchenko war aus der Sowjetunion geflohen, weil seine Mutter Deutsche war, in Berlin kam auch er in ein Zwangsarbeiterlager, musste in der Gießerei der Deutsche Industrie-Werke AG in Spandau täglich Zehn-Stunden-Schichten arbeiten.

Drei Menschen, drei Zwangsarbeiterschicksale, die zur Geschichte der Stadt gehören. In dieser Woche werden ihre Kinder die Lebens- und Leidensgeschichten ihrer Eltern erzählen – in einer Podiumsdiskussion, organisiert vom Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Schöneweide. Das Zentrum wurde vor 15 Jahren gegründet, zum Jubiläum soll durch Zeitzeugen erfahrbar werden, was Zwangsarbeit in Berlin bedeutete, wie sehr sie zum Alltag Berlins gehörte, wer profitierte. Und wer in den Lagern litt, in den Fabriken und Privathaushalten, auch dort wurden Menschen zur Arbeit gezwungen. Die Veranstaltungen finden wegen der Pandemie digital statt – jeder kann sich von zu Hause aus zuschalten und zuhören.

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