In diesem Jahr kommen mehr angehende Oberschüler als bisher an ihren Wunsch-Schulen nicht zum Zuge und müssen sich notgedrungen eine andere Schule suchen. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Anmeldungen für die 7. Klassen an Gymnasien und Sekundarschulen, die mit dem kommenden Schuljahr starten. Auf genau 25.015 verfügbare Plätze meldeten sich 24.841 Schüler an. Das waren 1300 mehr Schüler als im Vorjahr. Die steigende Kinderzahl macht sich also nun auch an den Oberschulen deutlich bemerkbar.

„Es wird immer enger“, sagte Norman Heise, der Vorsitzende des Landeselternausschusses. Leider seien derzeit auch erst drei neue Oberschulen in Bau, obwohl die künftigen Siebtklässler ja bereits seit sechs Jahren im Schulsystem seien.

Reinickendorf im Sekundarschulen-Ranking wieder vorn

Eltern können drei Wunschschulen nennen, die Schulen entscheiden meist nach den Noten der Grundschule. Gibt es zu viele Anfragen, werden 30 Prozent der Plätze verlost.

Die begehrteste Sekundarschule ist in diesem Jahr erneut die Max-Beckmann-Schule in Reinickendorf-West. Hier gab es laut Schulleiter Matthias Holtmann 421 Erstwunsch-Anmeldungen auf 150 verfügbare Plätze. Allein hier müssen folglich 271 Kinder abgelehnt werden. Holtmann nennt verschiedene Gründe für den Zulauf: „Wir haben eine eigene gymnasiale Oberstufe, dazu kommt der gute Ruf der Einrichtung und das positive Schulklima mit relativ wenigen Gewaltvorfällen“, sagte er. Mit etwa einem Drittel komme eine große Nachfrage aus dem Kiez.

Auch bei Gymnasien gibt es mehr Bewerber als Plätze

Auch andere Sekundarschulen, meist mit eigener gymnasialer Oberstufe, sind traditionell besonders begehrt. Zum Beispiel die Carl-Zeiss-Schule in Lichtenrade (381 Erstwünsche auf 150 Plätze), die Sophie-Scholl-Schule in Schöneberg (317 Erstwünsche auf 156 Plätze) sowie die Merian-Schule in Köpenick (286 Erstwünsche auf 125 Plätze).

Bei den Gymnasien variiert die Zahl der besonders begehrten Schulen stärker, viele Eltern meiden offenbar die im Vorjahr besonders begehrten Schulen, aus Angst, dort chancenlos zu sein. Wie vor zwei Jahren ist dieses Mal das Primo-Levi-Gymnasium, einzige Einrichtung dieser Art in Weißensee, vorn. Hier drängten 194 künftige Siebtklässler mit Erstwunsch auf 128 verfügbare Plätze.

Es folgten das Robert-Blum-Gymnasium in Schöneberg (189 Erstwünsche auf 128 Plätze) und das Herder-Gymnasium in Lichtenberg (117 Erstwünsche auf 64 Plätze).

Blick nach Pankow zeigt angespannte Lage

Nach derzeitigem Stand haben 67 von 126 Sekundarschulen noch freie Plätze, aber nur 102. Unter den 89 Gymnasien haben 39 Schulen noch 72 freie Plätze. Das ist viel weniger als im vergangenen Jahr, als es an beiden Schultypen noch insgesamt mehr als 400 freie Plätze gab. Erfahrungsgemäß werden die Bezirke aber noch weitere Klassen in etlichen Schulen einrichten. Viele Gebäude dürften dann übervoll sein.

Ein Blick nach Pankow zeigt die angespannte Lage: Das mittlerweile aus zwei Schulstandorten bestehende Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Gymnasium in Prenzlauer Berg richtet wie im vergangenen Jahr erneut ganze sieben 7. Klassen ein. Voriges Jahr blieben noch einige Plätze frei, weshalb die Schule unter Eltern als Geheimtipp galt. Doch in diesem Jahr kommen bereits 268 Erstwünsche auf 224 Plätze.

In diesem Jahr wollten wie im Vorjahr knapp 58 Prozent der Schüler an Sekundarschulen, gut 42 Prozent ans Gymnasium.