Bei Freizeitsportlern beliebt: das Tempelhofer Feld.
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BerlinWenn es nach der FDP geht, soll es in Berlin sechs Jahre nach dem Volksentscheid zum Tempelhofer Feld einen erneuten Vorstoß für eine Randbebauung des stillgelegten Airports geben. Damit ist klar, dass die Liberalen die Zukunft des Geländes zum Wahlkampfthema machen. Denn Unterschriftensammlung und Debatte über den Vorstoß der FDP fallen unweigerlich in die Zeit vor den Wahlen zum Bundestag und zum Abgeordnetenhaus im nächsten Jahr. 

Während die FDP vor den letzten Wahlen mit einer ähnlichen Kampagne zur Offenhaltung des Flughafen Tegel noch Rückenwind bekam, weil sie die Herzen der Berliner traf, dürfte es beim Tempelhofer Feld nicht ganz so leicht werden. Schließlich haben die Berliner „ihr“ Feld in den sechs Jahren seit dem Volksentscheid von 2014, bei dem sich eine Mehrheit gegen jegliche Bebauung aussprach, als Oase für Freizeit und Sport nutzen und lieben gelernt. Ob die Aussicht auf Kräne und Baugruben an diesem Ort ein Szenario ist, für das sich eine Mehrheit der Berliner erwärmen kann, ist eher zweifelhaft. Vor allem, weil es auch ohne das Tempelhofer Feld laut Stadtentwicklungsplan Wohnen Flächen für 200.000 Wohnungen in Berlin gibt. In 16 neuen Stadtgebieten werden derzeit 50.000 neue Wohnungen geplant. Überdies sind Zehntausende Wohnungen bereits genehmigt, aber noch nicht gebaut. Es gibt aktuell also  eher das Problem, die genehmigten  Wohnungen zu errichten.

Rein rechnerisch kommt es auf das Feld zurzeit gar nicht an. Das Einzige, was irgendwann für eine Randbebauung des Feldes spräche, ist die zentrale Lage des Areals und die Tatsache, dass sich die Flächen in Landesbesitz befinden. Sie müssen also nicht erst teuer erworben werden. Das Allerschwierigste am FDP-Vorschlag ist, dass die Liberalen das Votum der Bürger durch die Bürger infrage stellen lassen wollen. Das ist frech, das hat noch niemand gewagt.