Datendiebe haben an Geldautomaten in Deutschland 2017 wieder deutlich häufiger zugeschlagen als vor Jahresfrist - und in keinem anderen Bundesland so oft wie in Berlin. 267 Mal manipulierten Kriminelle in der Hauptstadt Geldautomaten, um Kartendaten und Geheimnummern auszuspähen. Damit gab es in Berlin laut Euro Kartensysteme deutlich mehr Fälle als in anderen Ländern.

Bundesweit ging die Schadenssumme nach drei Jahren erstmals wieder nach oben. 476 „Skimming“-Attacken zählte Euro Kartensysteme von Januar bis einschließlich November in Deutschland. In den ersten elf Monaten des Vorjahres waren es 344, im Gesamtjahr 2016 dann 369. Wie viele einzelne Automaten manipuliert wurden, wird nicht mehr gezählt.

Bruttoschaden von 2 Millionen Euro

Den Zahlen zufolge summierten sich die Bruttoschäden durch den Einsatz von Kartendoubletten von Januar bis November auf gut 2,0 Millionen Euro. Das sind über 30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum (rund 1,6 Mio Euro) und das liegt bereits über dem Rekordtief des Gesamtjahres 2016 (1,9 Mio Euro).

Die Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme, die sich im Auftrag der deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert, sieht jedoch keinen Grund zur Sorge: Denn von dem Bruttoschaden bleiben nur etwa 300.000 Euro (15 Prozent) an den heimischen Banken und Sparkassen hängen.

Grund sind internationale Abkommen, wonach für Schäden aus betrügerischen Geschäften mit geklauten Kartendaten die Länder aufkommen müssen, die die niedrigsten Sicherheitsstandards haben. Deutschland setzt seit Ende 2010 auf moderne EMV-Technik anstelle von Magnetstreifen, die leicht kopierbar sind. Bei EMV sind Bezahlkarten mit einer Art Mini-Computer ausgestattet. (dpa)