Steht man im Hof des Stadtschlosses und schaut in den Himmel, lugt, wie der Kopf eines steinernen Riesen, ein Stück Beton über die Mauern: „Hotel Mercure“ steht auf seiner Stirnseite. Mercure, 17 Stockwerke, das einstige DDR-Interhotel, das seit 1969 im ehemaligen Lustgarten der Schlossanlage steht. Auf der anderen Straßenseite das Schloss, in der Knobelsdorff’schen Optik wieder aufgebaut, Reverenz an die Potsdamer Tradition und Geschichte, seit 2005 Sitz des Brandenburger Landtags. Barockschloss und Hotel, Tradition und sozialistische Moderne, verträgt sich das an diesem Platz? Schon lange wird in der Stadt darüber gestritten und gerade ist der Konflikt wieder heftig aufgeflammt.

André Tomczak ist daran nicht ganz unbeteiligt. Der 31-Jährige steht in ausgewaschenen Jeans und Lederjacke, einen Motorradhelm unterm Arm, vor dem Eingang zum Schlosshof, in seinem Rücken liegt das alte Gebäude der Fachhochschule, ein langgezogener, ziemlich heruntergekommener Stahlbetonklotz, 1977 quer über den alten Stadtgrundriss gebaut, noch so ein Stück Ostmoderne, das in den nächsten ein, zwei Jahren verschwinden soll.

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