Berlin - Rainer Löhnitz hat wieder Pläne. Mit dem Sport- und Erholungszentrum an der Landsberger Allee, das der Senat nach dem jüngsten Gerichtsurteil nicht zurückkaufen darf.

Der SEZ-Betreiber aus Leipzig will jetzt aus dem verfallenen DDR-Gebäude ein neues Spaßbad nach spanischem Vorbild machen.

Die spanische Fitnesskette „Go fit“ hätte Interesse am SEZ-Areal, so Löhnitz. „Vor wenigen Tagen war ich in Madrid, wo das Unternehmen zwei moderne Sportpaläste betreibt. Mit Schwimmbecken und mehreren Sporthallen, die auch kommunalen Zwecken zur Verfügung stehen“, sagt er. „Ich stehe bereits mit dem Firmenchef in Verhandlung, der mit mir aus dem SEZ quasi ein SEZ 2.0 machen möchte.“

Dem Spaßbad drohte der Abriss

Nach seinen Vorstellungen soll das einstige DDR-Spaßbad komplett neu aufgebaut werden, erklärt Löhnitz der Berliner Zeitung. „Das jetzige SEZ ist für eine neue Anlage nicht mehr zweckmäßig“, sagt er. Möglich wäre, aber Teile des alten SEZ in den Neubau zu integrieren. Auch Wohnungen seien geplant.

Löhnitz, der schon Wohnungen, Hostel, Camperpark und Sportstätten auf dem 4,5-Hektar-Areal errichten wollte, durfte dort seit 2014 keine baulichen Veränderungen durchführen, auch ein Abriss war verboten. Zum Jahresende läuft nun die vom Senat aufgelegte Sperre ab.

Freie Hand für neue Pläne bekam Löhnitz am Mittwoch dank eines Urteils des Landgerichtes. Danach hat das Land Berlin, mit dem er seit vielen Jahren streitet, keinen Anspruch auf Wiedererlangung des SEZ, auf dessen Gelände der Senat eigentlich 500 Wohnungen (30 Prozent Sozialwohnungen) und eine Schule bauen wollte. Dem 1981 eröffneten DDR-Spaßbad drohte mal wieder der Abriss.

Besitzer wurde auf Rückgabe geklagt

Der Streit um das SEZ begann 2003, als dem Senat das Gebäude zu teuer wurde und Löhnitz es kaufte. Für 1 Euro. Dafür sollte der Investor den „Hallenbadbetrieb“ fortführen, was Berliner und Politiker als komplette Sanierung des Spaßbades verstanden.

Der Neubesitzer jedoch nicht. Die „Hallenbad“-Klausel war im Vertrag nicht eindeutig formuliert. So sah sich Löhnitz im Recht, als er nur kleine Becken und die Außenschwimmanlage in Betrieb hielt. Das eigentliche Spaßbad ist bis heute trockengelegt. Die Finanzverwaltung, über die der Verkauf lief, sah zunächst keine Vertragsverletzung.

Auch nicht, als der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg von Vertragsbruch sprach und die in diesem Fall im Vertrag vereinbarte SEZ-Rückgabe durch den Investor forderte. Spätestens seit der Senat 2016 Wohnungen auf dem Areal (etwa 14 Millionen Euro wert) bauen wollte, kritisiert auch die Finanzverwaltung den SEZ-Zustand und verklagte Löhnitz auf Rückgabe.

Senat hält am SEZ-Wohungsplan fest

Das sei nicht rechtens, urteilte nun das Landgericht. Der Senat muss auf das Wiederkaufsrecht verzichten, Löhnitz im Gegenzug fast eine Million Euro an das Land Berlin zahlen. Das dürfte die Prozesskosten decken, die der Senat als Verlierer zahlen müsste und die laut Löhnitz bei 870.000 Euro liegen sollen.

Die Finanzverwaltung will prüfen lassen, ob sie gegen das Urteil in Berufung geht, sagt Sprecherin Eva Henkel. Der Senat hält weiter am SEZ-Wohnungsplan fest. Am Dienstag soll der Bebauungsplan im Senat verabschiedet werden.