Herbert Frauenberger, Koch mit Humor.
Foto: privat

BerlinMit seinen Speisen machte er zu DDR-Zeiten Promis und Diplomaten glücklich, doch die Rezepte, die Herbert Frauenberger nebenher über Jahre sammelte, wären in seiner Arbeitsstätte höchstens auf der Karte der Kantine gelandet: Der 68-Jährige arbeitete zu Honeckers Zeiten als Chefkoch im Luxus-Hotel „Metropol“ an der Friedrichstraße. In seinem neuen Kochbuch präsentiert er Speisen mit seltsamen Namen. Nun erzählt er, woher „Herrgottsbescheißerle“, „Hexensuppe“ und „Polsterzipfel“ kommen – und erklärt, wie man sie zubereitet.

Jeder hat wohl schon mal „Kalten Hund“ und „Arme Ritter“ gegessen. Aber „Polsterzipfel“? Herbert Frauenberger kennt das fluffige Gebäck noch von früher. „Meine Großmutter hat das oft gebacken“, berichtet er. „Vor allem dann, wenn schnell etwas Süßes auf den Tisch kommen sollte. Die kleinen, mit Pflaumenmus gefüllten Taschen waren einfach immer lecker.“ Seine Oma war es auch, von der Frauenberger sein Handwerk lernte. Später ging er im Schlosshotel Reinhardtbrunn in Thüringen in die Lehre. „Das Haus gehörte zum Reisebüro der DDR, das war eine sehr gute Adresse“, sagt er. Bei einer Silvesterfeier lernte er den Generaldirektor von „Interhotel“ kennen, kam durch ihn nach Berlin. Im 1977 eröffneten Luxus-Hotel „Metropol“ in der Friedrichstraße wurde er zweiter Küchenchef, später war er Chef der Küche des Internationalen Handelszentrums der DDR und arbeitete auf dem Kreuzfahrtschiff „MS Arkona“.

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