Berlin - Aha-Erlebnisse in jungen Jahren. Die oft mangelnde Qualität des Berliner Schulessens wird derzeit völlig zu Recht heftig kritisiert. In Friedrichshain-Kreuzberg haben sich die großen Essenanbieter in einer konzertierten Aktion geweigert, für 2,10 Euro überhaupt ein Essenangebot vorzulegen. Die Eltern von vier Kreuzberger Grundschulen haben sich nun an Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) gewandt, weil sie die Versorgung ihrer Kinder mit einem leidlich guten Mittagessen nicht mehr gewährleistet sehen. Dass die Dinge so nicht bleiben können, scheint klar.

Womöglich ist da ein Blick in die Kitas hilfreich. In vielen Kitas wird anders als in den meisten Schulen immer noch selbst gekocht. Nicht selten können Stadtkinder dabei helfen und erfahren dann auch mal, wie eine Sellerie aussieht. Beim Kita-Essen gibt es keine Kostenobergrenze von durchschnittlich rund zwei Euro pro Portion wie beim Schulessen. Denn Kita-Träger erhalten eine Kostenpauschale pro Platz und können dann selbst entscheiden, wie viel Geld sie davon fürs Essen ausgeben. Die Kitas sind in der Essenfrage also flexibler als die staatlich ohnehin überregulierten Schulen.

Um die Essenqualität weiter zu verbessern, hat die Senatsjugendverwaltung nun zusammen mit anderen Akteuren einen „Leitfaden“ für gutes Kita-Essen herausgegeben. Die Kinder sollen ermutigt werden, sich noch mehr bei der Essenzubereitung zu beteiligen. Sie sollen allerlei Obst und Gemüse kennenlernen, damit sie sich nicht nur bei den gängigen Fast-Food-Ketten auskennen. Und die Erzieher sollen beim gemeinsamen Essen dabei sein und bei Tisch ein gutes Vorbild abgeben.

Wer frühzeitig verschiedenste Speisen und Gewürze kennenlernt, für den wird das Essen später nicht bloß schnelle Nahrungsaufnahme sein. Sondern ein Genuss, bestenfalls auch noch gesund.