Vorbereitungen für den Verkaufsstart von Silvesterfeuerwerk in einen Laden in der Prenzlauer Allee.
Foto: Imago Images

BerlinDie Freiheit der Deutschen – sie wird in diesen Tagen wieder aufgebracht diskutiert. Aktuell geht es wie alle Jahre wieder um das Verbot privater Knallerei. Die einen sehen sich in ihrer Freiheit bedroht, einmal im Jahr wilde Sau spielen zu dürfen, die anderen sorgen sich um Leib, Leben und Natur.

Vor allem die Städter sind genervt. Zu Recht. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll. Welche auch nur annähernd vernünftige Argumentation steht Vermüllung, abgerissenen Fingern, Luftverschmutzung, Bränden, verschreckten Tieren und Kindern und Schwerverletzten gegenüber? Richtig. Die Tradition, kurz vergessen.

Die Knallerei hat ein Ausmaß angenommen, das für viele so unerträglich geworden ist, dass sie in diesen Tagen die Stadt verlassen oder ihre Wohnung besser nicht.

Deutschlandweit befürworten 57 Prozent ein Böllerverbot

In Berlin wollen zwei Drittel, dass die private Böllerei verboten wird. Die Länder handeln zwar, aber ihnen sind enge Grenzen gesetzt. Denn das Sprengstoffgesetz, das die Knallerei erlaubt, ist Bundesgesetzgebung.

Das Land Berlin hat so nur drei Verbotszonen durchsetzen können, dort, wo es besonders gefährlich ist. Das ist zwar gut, aber natürlich viel zu wenig. Es wird die Knallerei lediglich in die Nebenstraßen verlagern. Das Gesetz muss daher auf Bundesebene angepasst werden. Und zwar nicht erst 2021, wie es Innenminister Horst Seehofer (CSU) angekündigt hat, sondern umgehend.

Da es sich hier aber um eine ach so geliebte deutsche Traditionen handelt, bleibt zu befürchten, dass die Debatte ergebnislos enden wird. Man fragt sich schon, warum immer erst etwas passieren muss, damit etwas passiert. Rückwärtsgewandter geht es wohl kaum.