Für Katrin Lompscher (Linke) steht es fest: Falls am Alexanderplatz Hochhäuser entstehen, dann sollen sie nicht in der Sichtachse auf den Fernsehturm errichtet werden. Außerdem dürfen die Hochhäuser nicht höher als 125 Meter in den Himmel ragen – und müssen sich damit an der Höhe des Hotels Park Inn orientieren, fordert die Oppositionspolitikerin.

An diesem Mittwoch berät der Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses über die Änderung der Hochhauspläne für den Alexanderplatz, die aus dem Jahr 1993 stammen. Die Linke hat pünktlich zu den Beratungen mehrere Visualisierungen erarbeiten lassen, die zeigen, wie sich die geplanten Hochhäuser auf das Stadtbild auswirken würden.

Ein dichter Wald aus zehn 150 Meter hohen Türmen könnte danach entstehen, wenn es bei dem bisherigen Masterplan bliebe. Aber selbst, wenn nur zwei Hochhäuser errichtet werden sollten, wie momentan im Gespräch ist, würden diese das Stadtbild nach Ansicht der Linken beeinträchtigen. „Der größte städtebauliche Missstand entsteht durch den Alexa-Turm“, sagte Lompscher. Das nach dem alten Masterplan mögliche Hochhaus neben dem Einkaufszentrum Alexa würde beispielsweise aus Blickrichtung Frankfurter Tor den Fernsehturm weitgehend verstellen.

Wie berichtet, gibt es für das Hochhaus neben dem Alexa bereits Interessenten. Konkrete Pläne sind jedoch noch nicht bekannt. Sehr viel ausgereifter sind die Vorstellungen für den Bau des ersten Hochhauses, das neben dem Elektronikmarkt Saturn direkt auf dem Alexanderplatz errichtet werden soll. Der US-Investor Hines will hier ab dem nächsten Jahr einen Wohn- und Hotel-Turm errichten. Das Baurecht dafür muss allerdings erst noch geschaffen werden. Wenn es nach der Linken geht, sollte vor einer Realisierung des Projekts ein städtebauliches Gutachten für die Kreuzung in Auftrag gegeben werden – um eine denkmalverträgliche Konzeption zu finden. Außerdem will die Linke überprüfen lassen, ob Gebäude wie das Haus des Reisens und das Gebäude des Berliner Verlages, die zu DDR-Zeiten entstanden, denkmalwürdig sind.

Da auch die rot-schwarze Koalition den Masterplan für den Alexanderplatz überarbeiten lassen will, hat die Linke vorgeschlagen, sich auf einen gemeinsamen Antrag zu verständigen. Wahrscheinlich wird es aber nicht dazu kommen. „Das Bestreben der Linken, zu einer fraktionsübergreifenden Initiative zur Weiterentwicklung des Masterplans für den Alexanderplatz zu kommen, ist sicherlich ehrenwert, geht aber in der Sache zu weit“, sagte der CDU-Fraktionsvize Stefan Evers. „Zwar gibt es eine Reihe inhaltlicher Schnittmengen, aber eben auch große Unterschiede in einzelnen Positionen.“

Die Koalition will die Hochhauspläne nicht so stark einschränken wie die Linke. Der Alexanderplatz bleibe auch in Zukunft „der prädestinierte Standort für Hochhausbauten innerhalb der östlichen City“, sagte Evers. „Insofern begrüßen wir im Gegensatz zu den Linken auch ausdrücklich, dass das Hines-Projekt nun unmittelbar vor seiner Verwirklichung steht“, sagte der CDU-Politiker.

Andererseits müsse man anerkennen, dass für die Realisierung weiterer Vorhaben einige der im Masterplan vorgesehenen Standorte bis auf weiteres nicht zur Verfügung stehen. Der Masterplan müsse deswegen modifiziert werden, so Evers. Der Grünen-Politiker Andreas Otto sagte, ihm sei „wichtig, dass der Alex auch ein Wohnstandort ist, und dass die Aufenthaltsqualität des Platzes steigen muss.“