Decke an Spandauer Schule eingestürzt: Das Foyer bleibt drei Wochen gesperrt

Es war wohl ein glücklicher Zufall, dass in dieser Woche noch Herbstferien sind. Deshalb befanden sich keine Schüler im Foyer der Spandauer Carlo-Schmid-Sekundarschule, als dort großflächig die Zwischendecke herabstürzte. Die Ursache, die zu dem riesigen Schaden führte, konnte Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank recht bald benennen.

„Der Wasserschlauch einer Augendusche im Chemielabor im dritten Geschoss war geplatzt“, teilte Kleebank der Berliner Zeitung mit. „Mehrere Tage lief Wasser aus und fand seinen Weg über eine bautechnische Dehnungsfuge bis ins Foyer und den Keller der Schule.“ Tagelang bemerkte davon offenbar niemand etwas. Dadurch saugte sich die Zwischendecke derart mit Wasser voll, dass irgendwann die Haltekonstruktion versagte. Die Decke stürzte weitgehend herab.

Foyer gesperrt

„Menschen waren aber nie in Gefahr“, betonte Kleebank. „Ich gehe davon aus, dass der gebrochene Wasserschlauch im Schulbetrieb sehr viel früher erkannt worden wäre und so der große Schaden hätte verhindert werden können.“ Dem allerdings widersprach Thorsten Hartje vom Bezirkselternausschuss, der bei einer Begehung der Schadensortes am Donnerstagmorgen dabei war. „Der Schaden wäre gar nicht aufgefallen“, sagt Hartje.

Nun müssen allein 300 Quadratmeter Zwischendecke entfernt werden. Die Rückbau-Arbeiten begannen noch am Donnerstag, obwohl dort bereits Sanierungsarbeiten stattgefunden haben. Kein schöner Anblick. Das Foyer der Schule bleibt bis auf weiteres gesperrt. Mindestens drei Wochen, sagte Kleebank, früher selbst Schulleiter einer Spandauer Sekundarschule. Die gut 1000 Schüler sollen ab Montag aber wieder die Schule besuchen. Sie müssen dann über Seiteneingänge das Gebäude betreten und längere Wege gehen.

Fünf Milliarden Euro veranschlagt

Dabei gehört die Schule nach Angaben der Senatsbildungsverwaltung eigentlich zu den Schulen, in denen während der Herbstferien Sanierungsmaßnahmen stattfinden sollten. So hatte es die Bildungsverwaltung stolz per Pressemitteilung verkündet. Trotz der angekündigten regen Bautätigkeit war offenkundig lange niemand zugegen, so dass ein derart großer Schaden entstehen konnte.

Prompt bemängelt die Spandauer CDU nun die zögerliche Informationspolitik des Bezirksbürgermeisters. Fraktionsvize Thorsten Schatz hat einen Fragekatalog an ihn übersandt. Er will wissen, wie lange genau der Schaden unentdeckt blieb, wie groß der Schaden ist, ob es überhaupt eine Bautätigkeit gab und ob diese überprüft wurde. Am Freitagabend sei noch alles in Ordnung gewesen, am Montagmorgen war die Decke bereits eingestürzt, ließ sich der Hausmeister vernehmen. Aufgeräumt werden konnte erst ab Mittwoch, weil vorher wegen des Reformationstages keine Statiker zu haben waren.

Immer wieder kommt es in den teils maroden Schulen Berlins zu Havarien. Zuletzt fielen an der Ernst-Reuter-Sekundarschule in Mitte die Heizkessel aus. Bezirk und Wartungsfirma stritten sich darüber, wer die Kosten übernimmt. Erst dann wurde gehandelt. Angesichts der angekündigten Schulbauoffensive befürchten Hochbauexperten, dass die marode Bausubstanz noch weitere Kosten nach sich zieht. Bisher werden etwa fünf Milliarden Euro veranschlagt, um die Schulen zu sanieren und nötige Neubauten zu errichten. Die Carlo-Schmid-Sekundarschule soll zum Beispiel für gut 12 Millionen Euro saniert werden.

Zunächst Schadstoffprüfung

Elternvertreter wie Thorsten Hartje sind irritiert darüber, dass die Schule zunächst notdürftig wieder in Stand gesetzt werden soll. Erst danach sei dann die wirkliche Sanierung möglich.

Zuallererst wird nun aber eine Schadstoffprüfung in dem Gebäude aus den 70er-Jahren stattfinden. Die Zeit drängt: Am 18. November ist ein Tag der Offenen Tür geplant, mit dem die Schule für sich und um neue Schüler werben will.