Nach dem Brand am Sonnabend: Der ausgebrannte Erste-Klasse-Wagen steht in der Abstellanlage Grunewald.
Foto: Eric Richard

BerlinVier Tage nach dem Großfeuer im Fanzug des SC Freiburg wurden am Dienstag weitere Details der Beinahe-Katastrophe bekannt.

Die Heizungsanlage in dem betroffenen Wagen, die mit Strom betrieben wird, hatte offenbar einen Defekt – was letztendlich zum Brand geführt habe. Das haben die Ermittlungen ergeben, wie die Berliner Zeitung erfuhr.

Die Heizungsleitungen befinden sich hinter den Wagenverkleidungen. Das ist üblich und verhindert, dass sie von Reisenden beschädigt werden. Zeugen berichteten der Bundespolizei, dass das warme Wasser in einem der Waschräume extrem heiß gewesen war. Ein Zeuge teilte mit, dass er einige Tage vor dem Unglück mit diesem Zug nach Tschechien gefahren ist. Da sei es ebenfalls extrem warm gewesen sein, sagte der Reisende.

Nach Informationen der Bundespolizei wurden inzwischen 40 Reisende des Charterzugs befragt - alles Fans des SC Freiburg, die am Sonnabend nach der Begegnung mit dem 1. FC Union Berlin mit der Fahrt DPE 86363 von Berlin-Charlottenburg zurück nach Baden reisen wollten. Alle Zeugen berichteten von einer ungewöhnlichen Wärmeentwicklung in dem Wagen mit der Nummer 56 80 10-40 122 8.

Rätsel um Dieselkanister gelöst

Auch die zuständige Stelle des Bundes konzentriert sich auf die Technik in dem Wagen, dessen Eigentümer die Centralbahn in Basel ist. „Unser Fokus liegt auf einem technischen Problem“, sagte Gerd Münnich von der Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU). Es sei geplant, einen Brandsachverständigen hinzuziehen, hieß es. Die BEU hat den Brand als „gefährliches Ereignis“ eingestuft und untersucht ihn jetzt.

Der Verdacht, dass Reisende im Zug Böller oder Bengalos gezündet haben, ist offenbar vom Tisch. Eine weitere mögliche Brandursache wurde ebenfalls ausgeschlossen.

Zeugen hatten berichtet, dass sich im Zug Kanister mit Dieselkraftstoff befunden haben – wie Ermittler bestätigten. Sie standen jedoch weit ab von dem brennenden Wagen. Der Diesel war vom Zugpersonal in den Wagen gebracht und dort ordnungsgemäß verankert worden. Zu keiner Zeit habe es die Gefahr gegeben, dass das Feuer den Kraftstoff in Brand setzt, sagten Polizisten. „Er stand viel zu weit entfernt, fast schon im vierten Wagen.“

Der betroffene Erste-Klasse-Abteilwagen wurde Berichten zufolge in den 1950er-Jahren für die damalige Deutsche Bundesbahn gebaut und 1984 einer Umgestaltung unterzogen. Seit 1994 ist das Fahrzeug für die Centralbahn AG unterwegs, die nach eigenen Angaben während ihrer 30-jährigen Unternehmensgeschichte mehr als 4000 Sonderzugfahrten durchgeführt hat. Die jüngste Untersuchung des Wagens liege rund zwei Jahre zurück, teilte das Unternehmen mit. "Der Wagen hat eine Warmwasserheizung, die auch nach dem Brand unbeschädigt ist", hatte die Centralbahn am Montag mitgeteilt.