Degewo baut in Neukölln: Noch mehr Wohnungen für die Gropiusstadt

In der Gropiusstadt im Süden Neuköllns gibt es zwar schon rund 18 500 Wohnungen, doch in den nächsten Jahren kommen noch ein paar mehr dazu. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Degewo will in der Großsiedlung, die von 1962 bis 1975 entstand, 250 Wohnungen neu errichten.

Am Freitag wurde an der Fritz-Erler-Allee/Ecke Agnes-Straub-Weg der symbolische Spatenstich für das erste Neubauprojekt gefeiert. Nach Plänen des Architekten Christoph Mäckler entstehen dort bis zum Jahr 2016 für rund neun Millionen Euro 57 Wohnungen. „Berlin braucht die Wohnungen“, sagte Degewo-Sprecher Lutz Ackermann. Die Degewo habe sich die Aufgabe gestellt, die Großsiedlung weiterzuentwickeln – auch durch Neubau. Im ersten Projekt entstehen vor allem kleinere Wohnungen. 41 Unterkünfte sind anderthalb oder zwei Zimmer groß. Die durchschnittliche Miete liegt bei 9,50 Euro pro Quadratmeter kalt. Die günstigsten Wohnungen sind schon für 7,50 Euro je Quadratmeter zu haben. Am oberen Ende der Preisskala werden es 11 Euro sein. Besonderheit: Im Obergeschoss des Eckhauses wird Platz für drei Wohngemeinschaften geschaffen. Diese Wohnungen sind für Reha-Patienten nach einem Schlaganfall vorgesehen und größer, barrierefrei und rollstuhlgerecht.

Masterplan von 2011

„Einen Neubau in eine bestehende Großsiedlung zu integrieren, ist eine besondere Herausforderung“, sagte Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Mit dem vier- bis sechsgeschossigen Wohnhaus, das hier entstehen werde, habe die Degewo „einen sehr behutsamen Weg gefunden, die Gropiusstadt weiterzuentwickeln und den dringend benötigten neuen Wohnraum zu schaffen“.

Die Neubaupläne für die Degewo basieren auf einem Masterplan, den die Degewo im Jahr 2011 beauftragt hatte. Drei ausgewählte Architekturbüros wurden damals damit betraut, Entwürfe für den Weiterbau der Gropiusstadt zu erarbeiten. Das Konzept von Christoph Mäckler wurde anschließend ausgewählt. Das jetzt gestartete Projekt ist der erste Baustein seiner Planung. Mäckler ist in Berlin kein Unbekannter. Er entwarf unter anderem das Hochhaus Zoofenster am Breitscheidplatz, in dem sich das Hotel Waldorf Astoria befindet. „Unser Konzept ist es, die vorhandenen Qualitäten der Gropiusstadt zu erhalten, sie zu ergänzen und sie damit für die Bewohner zu verbessern“, sagte Mäckler.

Die Einwohnerdichte in der Gropiusstadt ist allerdings schon jetzt sehr hoch. Pro Quadratkilometer leben 13 710 Menschen. Im Berliner Durchschnitt sind es 3 834 Menschen. Im kommenden Jahr plant die Degewo einen zweiten Neubau in der Gropiusstadt. Auf dem Gelände einer ehemaligen Einkaufspassage am Zwickauer Damm soll dann ein neues Wohn- und Gewerbegebäude entstehen. Hier sind etwa 35 Wohnungen geplant.