Der leere Eingang vom Yaam Club in Berlin am 5. April 2020. 
Foto:  imago images/Emmanuelle Contini

BerlinBöse Überraschung in schwieriger Zeit: Der traditionsreiche Club Yaam darf nach einer Entscheidung der Bauaufsicht des Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg sein Hallengebäude und Teile des Freigeländes an der Schillingbrücke nicht mehr nutzen. Die Standsicherheit von Ufermauer und Halle sei nicht gewährleistet. Für den Club, der seit zweieinhalb Jahrzehnten das Bild der Clubmetropole Berlin mitbestimmt, bedeutet das weitere finanzielle Einbußen. Coronabedingt fallen Partys und Konzerte ohnehin aus. Unter den neuen Bedingungen ist auch ein Barbetrieb wie bisher nur noch eingeschränkt möglich. Die Betreiber fordern jetzt ein Bekenntnis der Politik für clubkulturelle Nutzung am Standort.

Seit Jahren soll das Gelände saniert werden, ein Gutachten für die Spreemauer ist in Arbeit. Gleichzeitig fordert das Yaam einen Mietvertrag mit dem Bezirk als Vermieter. Ohne diesen Vertrag werden die zugesagten 800.000 Euro von der Lottostiftung für die Sanierung des Hallendachs nicht freigegeben. Gleichzeitig wurde die nähere Umgebung in den vergangenen Jahren mit Büro- und Hotelgebäuden zugebaut.


Grafik: BLZ/Galanty

Eine gewisse Ironie liegt nun aus Sicht der Club-Betreiber darin, dass das Aus ausgerechnet in Zeiten des rot-rot-grünen Senats droht, der sich die Pflege der Clubkultur in den Koalitionsvertrag geschrieben hat. Unter der vorherigen rot-schwarzen Koalition hatte das Yaam Bestandsschutz erhalten.