Mehrere Tausend Menschen haben in Berlin-Mitte für sichere Flüchtlingsrouten und gegen eine Kriminalisierung der Seenotrettung im Mittelmeer demonstriert. „Wir hatten 700 Teilnehmer angemeldet. Es sind aber deutlich mehr gekommen“, sagte Timo Fischer von der Organisation „Seebrücke“. Der Demonstrationszug zog am Samstagnachmittag vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor.

Orange als Zeichen der Solidarität

Viele Demonstranten trugen orange Kleidung als Zeichen der Solidarität mit den Seenotrettern. Auf Transparenten wurden Slogans gezeigt wie „Stoppt das Sterben im Mittelmeer“, „Stell dir vor, in den Boten säße deine Familie“ und „Seebrücke statt Seehofer“. Manche hatten mitgebrachte Rettungswesten anstelle von Plakaten in die Luft gehalten. Andere hatten goldene Wärmedecken zu Flaggen umgebaut.

Es entstehe der Eindruck, die EU wolle „mit allen Mitteln“ die Seenotrettung abschaffen, sagte Fischer. „Wir zeigen Flagge dagegen.“ In acht Metropolen wie Leipzig, Bremen und Frankfurt am Main liefen zeitgleich Demonstrationen. Die internationale Bewegung „Seebrücke“ entstand als Reaktion auf die Vorkommnisse um das Rettungsschiff „Lifeline“. Es trieb im Juni tagelang mit über 200 aus Seenot geretteten Menschen im Mittelmeer, ohne eine Erlaubnis zum Anlegen. (dpa)