Demo gegen Flüchtlinge in Berlin: Auseinandersetzung bei Bärgida-Demo in Mitte

Zunächst hielten rund 120 Teilnehmer der „Bärgida“-Kundgebung ihre Versammlung zwischen 18.45 und 20.10 Uhr ab. Etwa zeitgleich waren zwei Aufzüge im gleichen Zeitraum in unmittelbarer Nähe unter den Mottos "#NoBärgida#NoRacism" und "Gegen Bärgida/Pegida - Gemeinsam gegen Rassismus und Ausgrenzung" angemeldet worden, an denen sich bis zu 300 Menschen beteiligten. Gegen 19.30 Uhr schlossen sich die Teilnehmer der beiden Gegenversammlungen zu einer zusammen und führten ihren Protest parallel zur "Bärgida"-Versammlung fort.

Zum Versammlungsende der Bärgida-Kundgebung meldete ein Verantwortlicher zunächst einen Aufzug an. Die Polizei konnte dies aber nicht genehmigen, da es zu dieser Zeit an der notwendigen Spontanität der Versammlung fehlte und so die gesetzlichen Vorgaben nicht eingehalten waren. Nunmehr meldete ein Teilnehmer eine spontane Kundgebung für den Platz des 18. März unter dem Motto "Unkontrollierte Einreise von Flüchtlingen über Ungarn" an.

Als Polizeibeamte einen Großteil der Teilnehmer der Bärgida-Kundgebung in den Hauptbahnhof begleiteten, um sie über die U-Bahnzugänge zum neuen Versammlungsort zu bringen, stellten sich ehemalige Teilnehmer der Gegenversammlungen dem entgegen. Die Beamten drängten die Protestierenden ab, um weitere Übergriffe zu verhindern. Vereinzelt setzten die Einsatzkräfte dabei Pfefferspray ein. Um eine weitere Konfrontation zu verhindern, führten die Beamten die Versammlungsteilnehmer zurück auf den Washingtonplatz.

Gegen 21.10 Uhr geleitete die Polizei die Versammlungsteilnehmer erneut in die U-Bahn Richtung Bahnhof Bundestag. Parallel begaben sich rund 400 Personen in Richtung U-Bahnhof Bundestag und suchten die Konfrontation mit den dort eintreffenden Teilnehmern der zukünftigen Kundgebung. Der Anmelder verzichtete deshalb in Absprache mit der Polizei auf die Versammlung, so dass die Einsatzkräfte die Teilnehmer zum Hauptbahnhof zurück begleiteten. Die Gegendemonstranten versuchten ihrerseits zum Hauptbahnhof und damit zu den Bärgida-Anhängern zu gelangen. Ein weiteres Aufeinandertreffen beider Lager verhinderten die Einsatzkräfte jedoch.

Polizeibeamte leiteten im Verlauf des Einsatzes acht Strafanzeigen unter anderem wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, wegen Landfriedensbruchs, Widerstands und gefährlicher Körperverletzung ein. Insgesamt wurden sieben Polizeibeamte verletzt. Alle konnten ihren Dienst jedoch fortsetzen. Sieben Versammlungsteilnehmer wurden vorübergehend festgenommen und nach Ende der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Rund 300 Polizeibeamte waren im Einsatz. (BLZ)