Demo in Berlin zum 98. Todestag von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg

Dieses Mal wird es wieder eine besondere Liebknecht-Luxemburg-Demo. Sie findet wie immer am zweiten Januarwochenende statt und wie immer am Sonntag, doch dieses Mal fällt dieser Tag genau auf jenen Tag, an dem die Kommunistenführer Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg am 15. Januar des Jahres 1919 in Berlin von Freikorps-Soldaten ermordet wurden.

Die Liebknecht-Luxemburg-Demo ist – trotz sinkender Teilnehmerzahlen – noch immer die weltweit größte Gedenkkundgebung auf einem Friedhof. Der Demonstrationszug ist für Sonntag von 10 bis 13 Uhr angemeldet, beginnt am Frankfurter Tor und führt dann zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde. „Der Aufzug ist mit 10.000 Teilnehmern angemeldet“, sagte ein Polizeisprecher.

Auch dieses Mal wird wieder zu einem stillen Gedenken aufgerufen, es gibt also keine Reden, dafür sollen Kränze und vor allem Nelken an den Gräbern niedergelegt werden.

Der erste Gedenkmarsch fand am 25. Januar 1919 statt, damals wurden Liebknecht und 32 weitere Aufständische beerdigt, die sich am zuvor niedergeschlagenen „Spartakus-Aufstand“ beteiligt hatten. Am Trauerzug nahmen mehr als 100.000 Menschen teil. Die vorerst letzte Kundgebung fand 1933 statt, kurz vor der Machtübernahme der Nazis.

Ab 1946 wurde wieder mit Massendemos der Toten gedacht – und in der DDR war die von der SED organisierte „Kampfdemonstration der Berliner Werktätigen“ ein Pflichtprogramm für Hunderttausende Genossen und andere. Nach der Wende sank die Teilnehmerzahl.

An der Gedenkstätte selbst hat die Linke am Sonntag von 9 bis 13 Uhr eine Kundgebung angemeldet. Gleich gegenüber steht seit 2006 auch ein Gedenkstein mit der Aufschrift „Den Opfern des Stalinismus“. Dort will die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur einen Gedenkkranz für die Opfer des Stalinismus niederlegen.

Auch im Westteil Berlin gibt es Gedenkveranstaltungen. So beginnt ein Aufzug mit 150 Teilnehmern am Olof-Palme-Platz – dort am Kudamm stand einst das Eden-Hotel, in dem Freikorps-Soldaten die Ermordung der beiden Kommunisten planten und in dessen Nähe Luxemburg schließlich erschossen wurde.