Berlin - Zwei Wochen vor dem 1. Mai haben die Veranstalter der „Revolutionären 1. Mai Demo“ auf Twitter ihre Route veröffentlicht. Wie bereits berichtet, soll der Aufzug dieses Jahr nicht durch Kreuzberg, sondern durch Friedrichshain führen. Wenn es nach den Organisatoren der Demonstration geht, soll die Route auch durch die Rigaer Straße verlaufen. Bei der Berliner Polizei weiß man offiziell noch nichts von dem Vorhaben.

Auf Plakaten wird schon länger dazu aufgerufen, die „Revolutionäre 1. Mai Demo“ von Kreuzberg nach Friedrichshain zu verlagern. Wegen des ausufernden Straßenfestes mit Zehntausenden Partybesuchern sei Kreuzberg für die Demonstration nicht mehr geeignet, hieß es von Seiten der Organisatoren. Im März hatten die Veranstalter den Wismarplatz als Startpunkt auserkoren und das über die sozialen Medien veröffentlicht. Mittlerweile scheinen sich die Planungen zu der Route konkretisiert zu haben. Unter dem Motto „Gegen die Stadt der Reichen“ soll für eine Gesellschaft ohne Gefängnisse, für eine Gesellschaft ohne Miete, Kapitalismus und Lohnarbeit protestiert werden, so die Veranstalter.

Laut den Organisatoren soll der Aufzug um 18 Uhr vom Wismarplatz über die Grünberger Straße und die Scharnweberstraße zur Frankfurter Allee und dann Pettenkoferstraße führen. Von dort aus soll es über die Rigaer Straße zum Bersarinplatz bis hin zum Endpunkt auf der Warschauer Brücke gehen. Besonders der längere Routenverlauf durch die Rigaer Straße - der früheren Hochburg vieler Linksradikaler - dürfte bei der Polizei auf wenig Verständnis stoßen. Insbesondere vor dem Haus Rigaer Straße 94 wurden in der Vergangenheit immer wieder Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr angegriffen. Das Gewaltpotenzial sei demnach vorprogrammiert, heißt es aus Polizeikreisen.

„Noch liegt uns keine Anmeldung von Seiten der Veranstalter vor“, erklärte eine Polizeisprecherin am Mittwoch auf Anfrage. In der Behörde sei man darauf vorbereitet, dass die Anmeldung wie in den Jahren zuvor sehr kurzfristig eingereicht werden könnte. Bei der Polizei hieß es lediglich, dass man bereit sei, mit den Organisatoren schon früher über die Route zu reden.

Etwas ruhiger dürfte die geplante Jugend-Demo unter dem Motto „Unser Kiez, nicht ihr Profit“ verlaufen. Sie startet um 16 Uhr am Schlesischen Tor und führt über die Warschauer Straße, die Revaler Straße, die Simon-Dach-Straße, die Grünberger Straße bis zum Wismarplatz.