Kurz nach 19 Uhr ging das Licht aus. Über eine Stunde lang lag das Brandenburger Tor im Dunkeln, ebenso wie die Siegessäule: eine Solidaritätsbekundung des Berliner Senats mit den etwa 6 000 Demonstranten, die am Montagabend in Mitte nahe dem Roten Rathaus und am Brandenburger gegen die Kundgebung der „Berliner Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes“ auf die Straße gegangen waren. Ein ähnliches Bild bot sich zeitgleich in Köln: Hier hatte der Dompropst beschlossen, den Dom während der Kundgebung der Pegida dunkel zu lassen. Zuvor hatte auch die Semperoper in Dresden bei Demonstrationen der Islam-Gegner die Beleuchtung an dem berühmten Bauwerk ausgeschaltet.

In Berlin war es das erste Mal, dass Pegida-Anhänger unter dem Label Bärgida eine Demonstration zu veranstalten versuchten. Die Route sollte vom Roten Rathaus über die Leipziger Straße bis in die Nähe des Brandenburger Tors führen. Organisator war der Verein Patrioten e.V. um den 60-jährigen Karl S. aus Reinickendorf. Er saß bis vor einigen Jahren für die CDU in der Pankower Bezirksverordneten-Versammlung und war nach seinem Parteiaustritt in verschiedenen rechten Gruppen aktiv. Unter den Teilnehmern der Demonstration befanden sich mehrere amtsbekannte Rechtsradikale, darunter NPD-Mitglieder aus Neukölln und Brandenburg. Aber auch viele gutbürgerlich wirkende Menschen konnte man auf der Straße sehen.

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