Berlin - Der Tag der Deutschen Einheit wird unter anderem von einem rechtsextremen Aufzug und zahlreichen Gegendemonstrationen geprägt sein. Der Verein „Wir für Deutschland“ hat unter dem Slogan „2. Tag der Nation“ für diesen Donnerstag in Berlin eine Demonstration angemeldet.

An früheren Demos von „Wir für Deutschland“, etwa am 3. Oktober 2018, nahmen zahlreiche Mitglieder von Neonazi-Kameradschaften aus Brandenburg und anderen Bundesländern teil sowie Mitglieder der NPD und der Partei „Der III.Weg“ sowie rechtsextreme Hooligans und Personen aus dem Reichsbürgerspektrum.

Laut Polizei rechnet der Veranstalter mit 5000 Teilnehmern. Allerdings habe er nur die Zeit von 0 bis 24 Uhr angegeben, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Nach ihren Worten steht inzwischen die Demoroute fest: Die Demo soll am Washingtonplatz, südlich des Hauptbahnhofs, starten und von dort über Kapelle-Ufer und Reinhardtstraße zur Friedrichstraße führen, weiter zum Checkpoint Charlie und von dort wiederum über die Zimmerstraße, Krausenstraße, Axel-Springer-Straße und Getraudenstraße zum Endpunkt am Neptunbrunnen am Alexanderplatz.

Zahlreiche Gegenproteste angekündigt

Die „Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus“ hält die Angabe von 5000 Personen für unrealistisch hoch. Dies entspräche dem Fünffachen früherer Teilnehmerzahlen. Zuletzt war „Wir für Deutschland am 9. November 2018, dem 80. Jahrestag der Novemberpogrome bei einem „Trauermarsch für die Opfer von Politik“ durch das Regierungsviertel gezogen. Nur 140 Demonstranten nahmen teil. Danach hatte der Veranstalter Kay Hönicke öffentlich angekündigt, keine Demos mehr zu veranstalten. Allerdings existierte da schon eine Anmeldung seines Vereins für den diesjährigen 3. Oktober.

Gegen die Demonstration sind bei der Polizei zahlreiche Gegenproteste, unter anderem vom „Bündnis gegen Rechts“ angemeldet. So soll es eine Kundgebung um 13 Uhr an der Friedrich-, Ecke Johannisstraße geben, bei der Künstler wie Rainald Grebe auftreten.

Gegenveranstaltungen gibt es unter anderem auch um 13.30 Uhr an der Ella-Trebe-Straße und um 14 Uhr Unter den Linden, Ecke Friedrichstraße. Die Polizei richtet sich darauf ein, mit einem Großaufgebot beide Seiten auseinander zu halten. Sie wird mit mehreren Tausend Beamten im Einsatz sein.

Um 13 Uhr startet außerdem noch eine andere Großdemonstration, zu der das Bündnis „Mietendeckel jetzt“ aufruft. Unter dem Motto „Richtig deckeln – dann enteignen – rote Karte für Spekulationen“  Der Aufzug soll mit 10 000 Teilnehmern vom Roten Rathaus in Mitte zum Kottbusser Tor in Kreuzberg ziehen.