Spätsommer in Berlin: Drei Food-Festivals an einem Wochenende

Hummus, Pistazien oder ein Schlückchen Rum? An diesem Wochenende zelebrieren drei Food-Events ganz unterschiedliche Spezialitäten.

Give chickpeas a chance: Beim Hummus-Festival dreht sich alles um die Kichererbse.
Give chickpeas a chance: Beim Hummus-Festival dreht sich alles um die Kichererbse.itsnotanothershot

Wenn man dieser Tage morgens nach draußen tritt, merkt man es schon: Der Sommer geht in seine letzte Phase. Bald müssen wir wieder die Strickjacken rausholen und kommen im Dunkeln von der Arbeit nach Hause. Aber: Noch ist es nicht so weit, noch sind die Abende mild und die Sonne geht erst nach acht unter.

Daher hilft nur eins: Den Spätsommer genießen, so lange es noch geht. Am Wochenende gibt es in Berlin gleich drei Food-Events, die einen Abstecher lohnen – und bei denen man noch einmal in vollen Zügen das Draußensein auskosten kann. Ob orientalisch, italienisch oder hochprozentig, für jeden dürfte etwas dabei sein.


Berliner Hummus-Festival

Nach einer kleinen, begrenzten Corona-Ausgabe im Jahr 2021 ist das Berliner Hummus-Festival in diesem Jahr wieder im vollen Gange. Die Organisatoren veranstalten sonst Techno-Partys in großen Berliner Clubs. Als internationales Team, das aus Israelis, Palästinensern, Syrern, Irakern und Deutschen besteht, ist ihnen das Hummus-Festival eine Herzensangelegenheit, so die Veranstalter: „ein Fest des Friedens und dessen, was die Menschen im Guten verbindet: gutes Essen und schöne Musik“.

Dieses Jahr bieten zwölf Standbetreiber ihre Interpretationen der orientalischen Spezialität an, die aus pürierten Kichererbsen oder Ackerbohnen, Sesammus, Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Gewürzen wie Knoblauch und Kreuzkümmel hergestellt wird. Sie kommen aus dem Libanon, Syrien, Israel, Palästina, Jordanien, Irak und aus Deutschland und servieren Hummus und andere Kichererbsen-Gerichte.

Die Veranstaltung ist familienfreundlich und wird von einem Open-Air mit orientalischen Beats begleitet. Das liebevolle Motto und der damit verbundene Aufruf an die Besucher lautet: „Give chickpeas a chance!“ Berlin folgt diesem Aufruf schon lange: Die Kichererbsenpaste genießt in der Hauptstadt längst Kultstatus, richtig guten Hummus gibt es nicht nur in den darauf spezialisierten Lokalen, sondern auch in vielen Restaurants, Cafés und Feinkostläden.

Berlin Hummus-Festival: Sonntag, 28. August, 13 bis 22 Uhr, Biergarten und Club Birgit, Schleusenufer 3, Kreuzberg, Eintritt 5 Euro, Kinder bis 16 Jahre haben freien Eintritt


Pistachio Street Food Festival

Süße und herzhafte Pistazien-Cannoli, Ceviche mit gehackten Pistazien, Tacos und Nachos mit Pistaziensoße, Pistazien-Arancini, Pistazien-Babà, Eis und Granita – unschwer zu erkennen, dass sich beim Pistachio Street Food Festival auch in diesem Jahr alles um die beliebte grüne Steinfrucht des Pistazienbaumes dreht.

Pistazien gehören zu den ältesten blühenden Kulturpflanzen und sind heimisch im Nahen Osten. Während der Regierungszeit von Kaiser Tiberius wurde die Pflanze in Italien eingeführt, wo sie heute in der sizilianischen Provinz Catania angebaut wird. Hier in Berlin gibt es Gastronomen, die lassen sich die Pistazien eigens aus der Heimat in Sizilien kommen, weil sie auf edle Sorten wie Femminella oder Minnulara schwören. Nicht umsonst werden Pistazien auch „das grüne Gold Siziliens“ genannt.

Pistazien-Cannoli – eine von vielen Spezialitäten am Gleisdreieck.
Pistazien-Cannoli – eine von vielen Spezialitäten am Gleisdreieck.True Italian

Beim Pistachio Festival, dessen erste Ausgabe im vergangenen Jahr über 4000 Besucher anzog, werden an 16 Ständen Spezialitäten aus Italien, Iran, Korea, Peru und Mexiko angeboten. Zu den Gastronomen vor Ort zählen Cargo Gastronomia, Dolci e Salati, Duo Sicilian Ice Cream, El Mexicano Tacos, Focacceria San Francesco, Kuchen von Gaia, Paisà und Tehran021.

Pistachio Street Food Festival: Samstag 27. und Sonntag 28. August, jeweils von 11 bis 22 Uhr, Jules B-Part im Gleisdreieck-Park (Luckenwalder Str. 6b, Kreuzberg), Eintritt 3 Euro, Kinder unter 12 und alle in komplett grünem Outfit haben freien Eintritt


German Rum Festival

Wer nach dem Cannoli- und Taco-Marathon gut gesättigt ist, der kann gleich um die Ecke weiterfeiern: In diesem Jahr findet in der Station Berlin das 11. German Rum Festival statt. Bei mehr als 70 Ausstellern mit über 500 verschiedenen Abfüllungen Rum, Rhum und Cachaca dreht sich alles um die Spirituose aus Zuckerrohr.

Für die Besucher bedeutet das, dass sie jede Menge Rum-Marken verkosten können. Bei Tastings wird zum Beispiel Hawksbill Rum gereicht, ein preisgekrönter Carribean Spiced Rum in drei Sorten. Die werden dann vom Kenner so beschrieben: Süße Vanille, die abgerundet wird durch geröstete Muskatnuss, Zimt, Rosinen, Kardamom und Meersalz.

Am Eingang bekommen Besucher ein Verkostungsglas zum Umhängen ausgehändigt, im Ticketpreis sind dann sieben Freiproben enthalten, die man an beliebigen Ständen auf der Messe einlösen kann. Auf der Bühne geht es unter anderem um die Frage, warum Rum-Fans auch für Armagnac brennen. Für alle Wissensdurstigen gibt es verschiedene von Experten geführte Seminare, Tastings und Masterclasses. Man kann es sich aber auch in der Smokers-Lounge mit einer Zigarre gut gehen lassen oder sich im Food-Court stärken. Kann bei all dem Hochprozentigen nicht schaden.

German Rum Festival: Samstag 27. August von 12 Uhr bis 21 Uhr, Sonntag 28. August von 12 Uhr bis 19 Uhr, Station Berlin, Luckenwalder Str. 4–6, Kreuzberg, Tickets ab 28 Euro an der Tageskasse oder unter https://rumfest-berlin.com/tickets