Die 250-Kilo-Weltkriegsbombe von der archäologischen Ausgrabungsstelle am Roten Rathaus
Foto: Andreas Klug

BerlinNoch immer liegen Tausende Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden von Berlin und Brandenburg. Jede einzelne unentdeckte Bombe ist eine explosive Altlast, die potenziell jederzeit explodieren, Häuser zerstören oder Menschen verletzen und töten kann.

Dies ist seit 75 Jahren ein akutes Problem, doch die Situation heute ist geradezu absurd. Der Bund zahlt nur für die Entsorgung von Munition aus „reichseigener“ Produktion, also für Wehrmachtsbomben. Davon wurden recht wenige in Deutschland abgeworfen.

Die übergroße Masse stammt von den Alliierten. Für denen Beseitigung müssen allerdings die Länder selbst aufkommen. Das Land Brandenburg, auf dessen Gebiet noch immer die meisten Blindgänger liegen, fordert seit Jahrzehnten, dass der Bund die Kosten voll übernimmt.

Seit 2015 trägt er nun auch bei alliierten Bomben immerhin die Hälfte. Das Sonderprogramm sollte bis 2019 laufen, ist nun bis 2021 verlängert. Es geht um 60 Millionen Euro. Das klingt nach viel, aber allein Brandenburg hat seit 1990 bereits 400 Millionen Euro ausgegeben.

Wenn die Blindgänger nicht ein Dauerproblem bleiben sollen, muss der Bund endlich die Kosten voll und ganz übernehmen. Denn die Länder sind unterschiedlich stark betroffen – Brandenburg und Berlin beispielsweise besonders stark. Andere Länder haben wenig Blindgänger zu entsorgen und damit eine geringe finanzielle Last zu tragen.

Das ist natürlich unfair. Denn den Zweiten Weltkrieg hat ganz Deutschland verloren und muss damit auch für die Hinterlassenschaft aufkommen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und nicht Aufgabe einzelner Bundesländer.