BerlinHelge Riesberg musste Nein sagen, und das war hart. Noch immer ist es ihm anzusehen, als er an diesem Morgen zwischen den Gebäuden der Berliner Stadtmission an der Lehrter Straße steht und vom Vorabend erzählt. Riesberg besucht gerade die Zentrale nahe dem Hauptbahnhof. Er leitet eine Dependance in Reinickendorf, das Wohnheim für Obdachlose in der Kopenhagener Straße. Sein Nein galt einem Rumänen, Stammgast seit Jahren, inzwischen im Rollstuhl, alkoholkrank, inkontinent.

Vier Nächte hatten sie ihn beherbergt, obwohl sie auf Härtefälle wie diesen gar nicht eingestellt sind, auf die Beseitigung von Urin und Kot. Nein, hat Riesberg gesagt, das geht so nicht weiter bei nur einer Festangestellten und einem Sicherheitsmann pro Schicht. „Der Gast hat geweint, aber was sollte ich tun?“ Sie haben ihn weitervermittelt in der Hoffnung, dass ihm anderswo geholfen wird.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.