Blick über den Hauptstadtflughafen in Schönefeld.
Foto: dpa/ Ralf Hirschberger

BerlinEs bleibt spannend. Werden es die Flughafenleute schaffen, den BER in den nächsten elf Monaten ans Netz zu bringen? Weiterhin ist es wenig ratsam, Wetten abzuschließen. Noch müssen auch die letzten Kabeltrassen und Rauchschürzen in einen Zustand gebracht werden, damit der Landkreis Dahme-Spreewald die BER-Fertigstellung akzeptiert.

Eine monatelange Generalprobe mit vielen tausend Statisten und noch mehr Gepäckstücken schließt sich an. Gelangen Fluggäste und Koffer dorthin, wo sie hinsollen? Kommt der Flughafen mit einem großen Ansturm zurecht? Schon im Leerzustand erscheinen einige Bereiche insbesondere in der Halle als relativ klein.

Bauetappen abgeschlossen

Klar ist aber auch: Noch nie schien der BER seiner Eröffnung so nahe zu sein wie jetzt. Wichtige Bauetappen wurden abgeschlossen, Technikprüfungen absolviert.

In früheren Jahren gab es immer wieder Kritik, dass das Management unsystematisch agierte. Unter dem Geschäftsführer Rainer Schwarz, dem Senatschef Klaus Wowereit im Nacken saß, regierte die Angst. Es kam zu Hast und Schlampereien. Schwarz’ Nachfolger Hartmut Mehdorn erweckte den Eindruck, es reiche aus, zu wüten – dann wird ein Flughafen von selbst fertig. Das stimmte leider nicht. Unter Karsten Mühlenfeld ging es ebenfalls zu langsam voran. Dagegen hat es der jetzige Chef   Engelbert Lütke Daldrup geschafft, den Eindruck zu erwecken, dass nun viel strukturierter gearbeitet wird.

Knapp elf Monate noch bis zur Eröffnung: Das bedeutet auch, dass die Hauptstadt-Region umlernen muss, dass mancher Weg zum Flug länger wird, dass BER-Anwohner stärker mit Lärm belastet und Tegel-Anlieger entlastet werden. Das wird eine weitere Herausforderung für Berlin.