Nun dürfen die Gäste auch wieder in die Restaurants hinein.
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BerlinNun geht es also wieder los: Die Restaurants in Berlin haben wieder geöffnet – wenn sie denn wollen. Während sich die einen wegen der potenziellen Ansteckungsgefahr ängstigen, freuen sich andere, dass sie wieder essen gehen dürfen. Doch bei dieser Corona-Lockerung geht es nicht nur um leckere Pizza oder ein Glas Wein dazu, sondern um den Überlebenskampf einer ganzen Branche.

Die Zahlen sprechen für sich: In Berlin gibt es 19.000 Gaststätten, Kneipen, Cafés und Bars mit 90.000 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten. Davon waren bislang 93 Prozent in Kurzarbeit. Die Branche bangt: Wenn es bei uns nicht bald wieder richtig brummt, gehen viele pleite.

Doch wie soll es richtig brummen? Es dürfen nur Speiserestaurants öffnen, Kneipen nicht. Und in den Restaurants sind strenge Abstandsregeln einzuhalten. Das bedeutet: weniger Tische, weniger Umsatz, aber ähnliche Kosten wie beim Vollbetrieb.

Erst in einer oder zwei Wochen werden viele Wirte wissen, ob sich die Wiedereröffnung wirtschaftlich lohnt. Denn Berlin hat ein Grunddilemma: Die vielen Ballungsorte der Gastronomie wie der Simon-Dach-Kiez in Friedrichshain oder die Bergmannstraße in Kreuzberg leben vor allem von Touristen. Die Berliner sind von dem Trubel dort eher genervt. Die Touristen bringen mehr als die Hälfte des Umsatzes der Branche. Aber Touristen gibt es nicht – weder aus dem Ausland noch aus dem Inland. Leere Hotels bedeuten recht leere Restaurants.

Es ist offen, wie der Überlebenskampf endet. Die Berliner können jedenfalls gar nicht so viel essen gehen, dass es brummt. Denn viele sind in Kurzarbeit und müssen nun selbst rechnen, ob sie sich einen Restaurantbesuch noch leisten können.