So sollte der Karstadt am Her­mann­platz nach dem Umbau aussehen.
Simulation: Chipperfield Architects

Berlin - „Nicht ohne euch“ – zwei riesige Kampagnen-Banner von Signa wehen seit Anfang Juni über dem Hermannplatz. Die Kampagne der Signa Holding – dem Immobilien- und Handelskonzern hinter der Galeria Karstadt Kaufhof GmbH – läuft kurz vor der Anhörung des Konzerns am 2. September im Stadtentwicklungsausschuss des Abgeordnetenhauses auf Hochtouren. In den letzten Tagen veröffentlichte Signa in den sozialen Medien neue Bilder des Neubau-Vorhabens, das sowohl einen „modernen Stadtwald“ als auch eine „großflächige Solar- und Photovoltaik-Anlage“ auf dem Dach verspricht. Signa kündigt eine eierlegende Wollmilchsau hinter der immer gleichen Retro-Fassade an, aber was konkret geplant ist, bleibt weiterhin im Dunkeln.

Fakt ist: Der Konzern beabsichtigt weiterhin die Schließung von 47 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof sowie die Entlassung von Tausenden aufgrund des finanziellen Schadens während des Corona-Lockdowns. Die Frage, warum der Konzern dennoch mehrere Milliarden Euro deutschlandweit in Bauprojekte investieren kann, erübrigt sich, schließlich ist Signa primär ein Immobilienunternehmen. Der Konzern plant auch, das bestehende Karstadt-Gebäude am Hermannplatz abzureißen und durch einen Neubau mit einer Fassadenreplik des historischen Baus von 1929 zu ersetzen. Die Argumentation, dass Abriss und Neubau notwendig seien, um Karstadt und die Beschäftigten abzusichern, tauchte in der Signa-Kommunikation immer wieder auf.

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