Der kriminelle Wochenrückblick: Berliner Polizei nimmt Kommissar Dietrich fest

In der zurückliegenden Woche ging es auf den Berliner Straßen wieder brutal zu. Unser Crime-Reporter Andreas Kopietz zieht wie immer seine eigene Bilanz.

Auch in der zurückliegenden Woche hatte die Berliner Polizei wieder viel zu tun.
Auch in der zurückliegenden Woche hatte die Berliner Polizei wieder viel zu tun.dpa

Eine Familienfeier ist komplett aus dem Ruder gelaufen. Mit mehr als 30 Protzautos – meistens Mietfahrzeuge – rollte am Sonntag ein Hochzeitskorso von Neukölln nach Treptow. Weil sich viele Fahrer nicht an die Verkehrsregeln hielten, stoppte die Polizei den Konvoi an der Kreuzung Köpenicker Landstraße/Dammweg.

Mehrere Fahrer wendeten oder wichen über den Gehweg aus, Polizisten mussten zur Seite springen. Ein BMW-Fahrer, der versuchte zu flüchten, wurde festgenommen und wehrte sich dagegen heftig. Ein Audi durchbrach eine Polizeisperre und raste davon, wobei der Fahrer mindestens eine rote Ampel ignorierte. Der 20-Jährige und sein Beifahrer wurden gefasst, als sie zu Fuß flüchten wollten. In dem Mietwagen fanden die Polizisten eine Flasche Tilidin, ein Schmerzmittel, das enthemmt und euphorisiert. Die Beamten beschlagnahmten auch einen Miet-Lamborghini, nachdem sich die beiden Insassen der Kontrolle entzogen hatten und weggerannt waren.

Am Dienstagabend nahmen Polizisten in Kreuzberg einen Drogenhändler fest. Auf der Urbahnstraße war einer Streifenwagenbesatzung ein Skoda aufgefallen, weil er bei Rot abbog. Die Polizisten folgten dem Kombi, dessen Fahrer plötzlich anhielt. Drei Frauen stiegen aus und rannten davon. Durch Querstellen des Streifenwagens hinderten die Polizisten den 24-jährigen Fahrer an der Weiterfahrt.

Der weigerte sich auszusteigen. Schließlich verließ er das Fahrzeug, verschloss es und warf den Schlüssel in eine Gruppe Schaulustiger, die sich versammelt hatte. Weil der Schlüssel nicht mehr auffindbar war, öffneten die Polizisten den Wagen gewaltsam und durchsuchten ihn. Sie fanden über ein Kilo Kokain und Bargeld.

Als „Kommissar Dietrich vom Raubdezernat“ ergaunerte sich ein falscher Polizist fast 1,5 Millionen Euro. Am Donnerstag teilte die Berliner Staatsanwaltschaft mit, dass sie Anklage gegen einen Mann erhoben hat wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betruges und Amtsanmaßung in 93 Fällen. Eine aus der Türkei agierende Gruppe überredete am Telefon ältere Menschen zur Herausgabe von Geld und Wertsachen. Die Betrüger machten ihnen Angst vor „Räuberbanden“ oder korrupten Bankmitarbeitern, weshalb Geld und Wertgegenstände in Sicherheit zu bringen und dem „Polizisten“ zu übergeben seien.