Die vergangene kriminelle Woche ging banal los, doch am Mittwoch wurde es äußerst brutal. Am Montag wurde in Gesundbrunnen wieder mal ein Wettbüro überfallen und ein Mitarbeiter ausgeraubt, was gefühlt jede Woche passiert.

Tags darauf zeigten zwei Frauen in Charlottenburg, wie man Räuber vertreibt: Am Spandauer Damm betrat ein Mann einen Zeitungsladen, bedrohte die 58-jährige Verkäuferin mit einem Messer und wollte Geld.

Die Frau nahm einen Hocker, hielt damit den Täter auf Abstand und schrie. Der Mann rannte weg. Wohl derselbe suchte dann einen Friseursalon auf und verlangte, mit einem Messer bewaffnet, Geld. Doch auch die Friseurin begann zu schreien, weshalb der Mann aus dem Laden lief.

Manche Gewalttaten möchte man sich hingegen nicht vorstellen. Am Mittwoch wurde einem 38-jährigen Obdachlosen das Gesicht aufgeschlitzt. Im Parkhaus am Ostbahnhof wurde er von vier anderen Obdachlosen geschlagen und in den Bauch getreten. Als er am Boden lag, schlug und trat die Gruppe weiter auf ihn ein. Einer von ihnen fügte ihm dann mit einem Messer mehrere Schnittwunden im Gesicht zu. Alle vier wurden festgenommen. Der Mann wird für immer entstellt bleiben.

Etwa zur selben Zeit kam dann die Brandenburger Polizei in Berlin zum Einsatz. In Falkensee wollte eine Funkwagenbesatzung einen 28-jährigen Autofahrer kontrollieren, aber er raste davon – gefolgt von den Brandenburger Polizisten. In Staaken fuhr er eine 67-jährige Radfahrerin um und entfernte sich zu Fuß vom Unfallort.

Die Frau erlitt schwere Kopfverletzungen und Knochenbrüche. Ein Mann und eine Frau verfolgten den Täter und riefen die Polizei, die ihn festnahm. Er hatte den Autoschlüssel und eine Tageszulassung auf der Flucht weggeworfen. Die am BMW angebrachten Kennzeichen gehörten nicht zu dem Auto, für das es keine Zulassung gibt.

Banaler – und fast wie Berliner Alltag – ging es am Donnerstag weiter. In Biesdorf rief ein Anwohner die Polizei, weil ein Mann an geparkten Autos Seitenscheiben einschlug. Polizisten nahmen ihn in der Nähe fest. Ein paar Straßen weiter stellten sie kaputte Scheiben an einem Mercedes und an einem VW-Bus fest. Ob der 27-jährige das auch gewesen ist, sei Gegenstand der Ermittlungen, hieß es.

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